Neue Fakultät soll neben der Arztausbildung auch den Weg in die Forschung ebnen
Uni Bielefeld plant Medizin-Bachelor

Bielefeld (WB/OH). Die medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld soll ab 2022 neben der Ausbildung vor allem von Allgemeinmedizinern auch wissenschaftliche Schwerpunkte auf Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronisch Erkrankte legen.

Freitag, 05.04.2019, 06:06 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 06:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Der Bielefelder Uni-Rektor Gerhard Sagerer.

Der Bielefelder Uni-Rektor Gerhard Sagerer. Foto: Schwabe.

Das Konzept sieht auch ein Bachelor-Studium für interdisziplinäre medizinische Wissenschaften als Wahlmöglichkeit vor. Das wäre bundesweit einmalig.

Uni-Rektor Gerhard Sagerer erläuterte die Pläne für die Medizinerausbildung jetzt im Wissenschaftsausschuss des NRW-Landtags. Sie müssen vom Wissenschaftsrat von Bund und Ländern begutachtet und vom NRW-Wissenschaftsministerium genehmigt werden.

Sieben Semester

Die reguläre Medizinierausbildung für die Ausübung des Arztberufs sieht in Deutschland ein Grundstudium mit vier Semestern, ein Hauptstudium mit sechs Semenstern sowie daran anschließend ein praktisches Jahr und das Ablegen des zweiten Staatsexamens vor.

Der Medizin-Bachelor soll dagegen in sieben Semestern erworben werden können. Er könnte als Grundlage für die Arbeit in der Forschung, alternativ aber auch in Gesundheitsämtern, als Berater von Krankenhäusern und Krankenkassen dienen – oder als Basis für ein anderes Masterstudium.

2000 Studierende

In Bielefeld soll – so die Vision – das zusätzliche Semester auch obligatorisch für alle angehenden Ärzte werden. Die Medizinerausbildung würde damit hier ein Semester mehr in Anspruch nehmen als an allen anderen deutschen Universitäten. Einen Medizin-Bachelor bot hierzulande bislang nur die Uni Oldenburg in Kooperation mit der Hochschule im niederländischen Groningen an. Der Studiengang sei inzwischen aber wieder eingestellt, hieß es.

Das Bielefelder Konzept liegt dem Wissenschaftsrat seit September vor. Das Gremium machte sich im Dezember auch vor Ort ein Bild. Die Verantwortlichen rechnen noch mit Änderungshinweisen des Rates, ehe die Pläne genehmigt und umgesetzt werden können. Vorgesehen ist der Start der Medizin-Fakultät in Bielefeld zum Wintersemester 2021/22 mit jeweils 48 Studierenden im ersten und fünften Semester.

Im Vollbetrieb geht die Universität von 96 Professuren und 2000 Studierenden aus. Geplant sind für die praktische Ausbildung auch Kooperationen mit mehreren Kliniken in der Region.

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