U20-OWL-Meisterschaft im Falkendom präsentiert junge Poeten und ihre Lebenswelten
Auf der Suche nach Freiheit

Bielefeld (WB). Was muss man tun, um ein erfolgreicher Poetry Slammer zu werden? Ein bisschen Talent haben, eine große Menge Bühnenliebe besitzen, und dann ist es Glück – und üben, üben, üben. Je eher man anfängt, umso mehr Erfahrungen kann man sammeln.

Freitag, 05.04.2019, 10:00 Uhr
Moderator Niko Sioulis überreichte Kristin Kieltsch sinnbildlich eine Slam-OWL-Karte für ihren Sieg. Foto: Katrina Horstmann

Genau das haben sich die acht Akteure im Falkendom gedacht und sich mit ihren Text-Vorträgen auf die Bühne gestellt. Doch es war kein gewöhnlicher Auftritt für die jungen Künstler. Sie hatten es zur OWL-Meisterschaft geschafft und slammten für einen Auftritt bei den NRW-Meisterschaften in Köln.

Die Themen reichten von locker bis schwer, besonders häufig ging es ums Erwachsenwerden und die damit verbundenen Erfahrungen und Schwierigkeiten. Ob Depressionen, »anders sein«, erste Liebe – die jungen Poeten bewegte einiges. So startete bereits der erste Text der Bielefelderin »Samma Summarum« mit einer Coming-of-Age-Story, denn es ging ums Verlassen des Heimatortes. Luke Heine aus Versmold berichtete über seine Angst vor (Dorf-)Verkäufern, die ihm viel zu aufdringlich waren.

Sarah vom Hoff sorgte für einen Moment Atemlosigkeit

Max Thiel (Slam Tisch) wollte das Publikum ermutigen, Meinung zu zeigen und für den Glauben auf- und einzustehen. Kristin Kieltsch aus Paderborn sorgte für den ersten Gänsehautmoment des Tages, als sie appellierte, keine Vorurteile gegenüber anderen zu haben. Es ging um Homophobie, Bodyshaming, Armut und Selbstverletzung. Das Publikum schickte sie per Wertung ins Finale. Sarah vom Hoff (Gütersloh) schrieb über Flüchtlinge und wie schnell man »fremd im eigenen Land« sein kann.

Sie wurde ebenfalls weitergewählt. Johnny Luus (Minden) Text war eine Autobiographie über Alleinsein und Verletztwerden. Clara Liebhardt (Kultur-und-Schule-Workshop) dichtete über einen Stern, den man erreichen will, auch wenn alle sagen, es sei unmöglich. Neben den schweren Themen schaffte es Jamie Postler (Sprich-dich-aus-Projekt) mit ihrem Text übers verwirrte Gehirn, eine Leichtigkeit in den Abend zu zaubern. Das bescherte ihr den dritten und letzten Finalplatz.

Im Finale wurden dann noch mal alle Register gezogen. Sarah vom Hoff sorgte für einen Moment Atemlosigkeit, als sie von einer traumatischen Grenzverletzung berichtete. Jamie Postler schrieb über ihre Liebe zur Chemie. Kristin Kieltsch nahm poetische Kalendersprüche unter die Lupe. Deutlich entschied die Publikumsjury am Ende dann, dass die Paderborner Starterin bei den U20-NRW-Meisterschaften dabei sein solle.

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