Polizei ermittelt nach Alarm im Rathaus – Anruf nicht aufgezeichnet – mit Videos
Bombendrohung: Streich oder bewusste Verunsicherung?

Bielefeld (WB). Um 22.40 Uhr endete am Mittwoch die Durchsuchung des Rathauses. Eine Bombe wurde nicht gefunden. Jetzt läuft die Fahndung nach dem Anrufer. Hat er sich bloß einen bösen Scherz erlaubt?

Freitag, 05.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 10:12 Uhr
Ein großes Polizeiaufgebot sichert am Mittwochabend nach dem Bombenalarm das Rathaus. Foto: Bernhard Pierel

»Wir ermitteln in alle Richtungen«, sagte Polizei-Sprecherin Sonja Rehmert am Donnerstag. Am Dienstag vergangener Woche waren bundesweit in gleich sechs Rathäusern ähnliche Droh-Nachrichten eingegangen. Ob es da einen Zusammenhang geben könnte, ist offen. Bislang Unbekannte senden seit längerer Zeit Drohschreiben an verschiedene Institutionen in Deutschland, darunter auch Finanzämter, Anwaltskanzleien oder Verlage.

Die Bielefelder Polizei leitete ein Strafverfahren wegen »Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten« gegen Unbekannt ein. Sollte der Anrufer ermittelt werden können, müsste er auch mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen.

Spezialeinheiten der Polizei hatten am Mittwochabend gegen 18.40 Uhr damit begonnen, jeden Raum des Neuen Rathauses sowie die Parkgarage nach verdächtigen Gegenständen zu durchsuchen. Dabei waren neben Spezialeinheiten auch Sprengstoffspürhunde und Beamte der Einsatzhundertschaft im Einsatz.

Parallel zu den Durchsuchungen liefen Ermittlungen zur Ernsthaftigkeit der Bombendrohung, zur Feststellung des Anrufers und zu den Hintergründen der Drohung. Nach Bewertung der Lage sei man zu der Einschätzung gelangt, dass eine Durchsuchung des Alten Rathauses nicht mehr erforderlich sei, so Polizeisprecherin Rehmert.

Bombenalarm in der Bielefelder City

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  • Bombenalarm in der Bielefelder City
Foto: Jens Heinze
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  • Foto: Sabine Schulze
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Kurz vor 17 Uhr am Mittwochnachmittag hatte sich ein Anrufer im Bürger-Service-Center der Stadt gemeldet, die Bombenwarnung ausgesprochen. Auch bei McDonald’s am Jahnplatz gab es zu diesem Zeitpunkt Bombenalarm.

Die Mitarbeiterin, die den Anruf im Rathaus entgegennahm, meldete die Drohung der Stadtwache, die wiederum die Polizei alarmierte. Aufgezeichnet wurde der Anruf nicht. »Das ist nicht üblich«, sagte Stadt-Sprecherin Gisela Bockermann. Wenn Gespräche aufgezeichnet würden, müssten die Anrufer wie bei anderen Call-Centern darüber aufgeklärt werden. Bei der Stadt gebe es solche Aufzeichnungen nicht. Das Bürger-Service-Center habe korrekt auf die Drohung reagiert.

Nicht ganz nach Plan lief die Unterrichtung der Mitarbeiter im Rathaus, wie sich jetzt herausstellte. Während es im Neuen Rathaus, wie in solchen Fällen vorgesehen, eine Durchsage gab, funktionierte die Unterrichtung der Beschäftigten im Alten Rathaus über die Telefonanlage nicht. Sie mussten mündlich von Zimmer zu Zimmer gewarnt werden. Der städtische Immobilienservicebetrieb habe bereits eine Abfrage gestartet, wolle mögliche Fehlerquellen beseitigen, so Bockermann. Hart traf es die städtischen Putzfrauen, die aus ihrem Pausenraum ins Freie geführt wurden, keine Jacken dabei hatten. Sie konnten sich in der Stadtwache aufwärmen.

Mehreren Dutzend Autofahrern war der Zugang zur Tiefgarage fast fünf Stunden lang verwehrt. Wer von weiter her kam, keine Möglichkeit hatte, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Haus zu gelangen, konnten sich in einem von den Verkehrsbetrieben Mobiel am Niederwall positionierten Bus aufhalten. Um 22.40 Uhr war auch die Tiefgarage wieder zugänglich. Vor dem Zugang Ecke Körnestraße hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine größere Menschentraube gebildet. Für die Autofahrer, von denen die meisten Verständnis für die Sicherungsmaßnahmen zeigten, gab es freie Ausfahrt.

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