Plewka und Schmedtje Club-Konzert im Bunker – Revue wieder im Theater?
Rio und Paul, Marco und Jan

Bielefeld  (WB). Ab dem dritten Mal ist’s ‘ne Tradition. Danach gehören Jan Plewka und Marco Schmedtje mit ihrem Programm »Between the bars« jetzt zum festen Bielefelder Kulturinventar – vielleicht sogar mit einem weiteren Termin.

Donnerstag, 04.04.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 17:52 Uhr
Beste Wohnzimmer-Atmosphäre im ausverkauften Bunker Ulmenwall: Jan Plewka (rechts) und Marco Schmedtje spielen die Stücke, die ihnen am meisten Spaß machen. Foto: Bernhard Pierel

Im dritten Jahr nacheinander waren die beiden alten Freunde am Mittwochabend im Bunker Ulmenwall zu Gast, im dritten Jahr nacheinander hatten sie ihre teils skurril anmutende Mischung aus eigenen Stücken, aber auch solchen von Rio Reiser und Simon & Garfunkel dabei, Schmedtje zusätzlich seine Gitarre und Selig-Frontmann Plewka einen abgeranzten Jute-Beutel: da drin 131 Zettel mit Liedern, die sie theoretisch alle hätten darbieten können.

Vorgetragen wird aber nur das, was das 200-köpfige Publikum im ausverkauften Bunker per Losverfahren ermittelt – oder die Herren eben spielen wollen und sollen. Dazwischen erweist sich Jan Plewka erneut als charmanter, bisweilen leicht zerstreuter Plauderer, dem zu fast jedem Stück eine kleine Anekdote einfällt.

»Knutschlieder«

Wie zu den »Knutschliedern«, die die beiden Herren zu ihrem ersten Kuss gehört haben – wollen. Bei Plewka sei die alte Brian-Hyland-Nummer »Sealed with a kiss« gelaufen, als Britta sich endlich erweichen ließ. Und Schmedtje legte »I was made for lovin’ you« auf – von Kiss. Wohl dem, der ein Zwinker-Emoji zur Hand hat, als das Duo den Hard-Rock-Klassiker unplugged zum Besten gibt.

Die mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelte Setlist, auf der »Mein Name ist Mensch« gleich hinter »Mrs. Robinson« folgt, macht Spaß, wenngleich Plewka und Schmedtje eben in der Tradition von Rio Reiser und Paul Simon auch große Freunde des gepflegten Liebesliedes sind.

»Bye, bye Junimond«

Wenn Plewka befindet, »im Grunde wär’s wohl das Beste gewesen, wir hätten uns nie gesehen«, oder sie fragt, »ob Du weinen würdest um den Augenblick, wenn Liebe käme und es gäb’ kein zurück«, dann bräuchte sich Rio Reiser keine Sorgen zu machen um das Erbe seiner unsterblichen Zeilen, mit denen Musiker und Publikum den Hauptteil des Abends selig beenden: »2000 Stunden hab’ ich gewartet/ Ich hab’ sie alle gezählt und verflucht/ Ich hab’ getrunken, geraucht und gebetet/ Hab’ dich flussauf- und flussabwärts gesucht/ (...) Es ist vorbei, bye, bye Junimond.«

Bestimmt kein Abschied vom Bielefelder Publikum für immer. Nach dem Auftritt sagt Jan Plewka im Gespräch, dass er sich sehr gut vorstellen könne, seine vor einigen Jahren im Stadttheater gefeierte Rio-Reiser-Revue dort wieder aufzuführen: »Wenn das Theater mich fragt, gerne.« Theater-Sprecherin Nadine Brockmann bestätigt gestern, dass auch »wir das sehr gerne machen würden«. Sie verwies aber auf die nur sehr wenigen freien Termine für Gastspiele.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6519203?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Großaktion gegen illegale Leiharbeit in Fleischindustrie
Die Bundespolizei überprüft in Betrieben der Fleischindustrie die illegale Einschleusung von Arbeitskräften.
Nachrichten-Ticker