Prozess vor dem Landgericht gegen Einbrecher aus Rumänen und ihre Hintermänner
Bande macht fast 600.000 Euro Beute

Bielefeld (WB). Einer mutmaßlichen rumänischen Einbrecherbande wird seit Dienstag der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld gemacht. Unter den sechs Angeklagten, die laut Staatsanwaltschaft bei Taten unter anderem in Bielefeld und Gütersloh Beute für 596.200 Euro gemacht haben sollen, befinden sich auch die sogenannten Residenten.

Mittwoch, 03.04.2019, 06:00 Uhr

Dieses rumänischstämmige Ehepaar (41/42) aus Essen soll zuvor die Tatobjekte in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ausgespäht und Infos an die Einbrecher gegeben haben. Zudem soll das Paar Unterkünfte im Ruhrgebiet für die vier zu den Beutezügen jeweils aus Rumänien angereisten Täter besorgt sowie Garagenlager für das Diebesgut organisiert haben. Die 41-Jährige und der 42-Jährige sollen in der Zeit vom 21. Januar bis zum 15. Oktober vergangenen Jahres an allen 27 Einbrüchen und Einbruchsversuchen beteiligt gewesen sein. Zudem sollen sie sich in 14 Fällen der Hehlerei schuldig gemacht haben, weil sie hochwertige Beutestücke auf Flohmärkten, am Telefon oder in Rumänien verkauften.

Vom Tresor bis zur Kaffeekasse wurde alles mögliche gestohlen

Es dauerte fast eine dreiviertel Stunde, bis Staatsanwalt Moritz Kutkuhn vor der 2. Großen Strafkammer die Anklage verlesen hatte. Demnach stahlen die vier Einbrecher im Alter von 28, 29, 35 und 36 Jahren bei ihren Beutezügen in wechselnder Besetzung mit sehr hoher krimineller Energie bis zur Kaffeekasse alles, was nicht niet- und nagelfest war. Sie stiegen, um besser flüchten zu können und nicht entdeckt zu werden, nachts bevorzugt in Objekte in Autobahnnähe oder in solche in menschenleeren Industriegebieten ein. Die Beute wurde meist mit Fahrzeugen der betroffenen Firmen abtransportiert.

Allein bei der Tat in der Nacht vom 7. auf den 8. Februar 2018 im Kreisbauhof Gütersloh in Rheda-Wiedenbrück soll das Quartett unter anderem Werkzeug wie Motorsägen und Laubbläser für 66.465 Euro erbeutet haben. Am 11./12. Februar 2018 sollen die Rumänen einen Tischlerbaubetrieb in Gütersloh-Hollen und am 13./14. März 2018 eine Gärtnerei in Gütersloh-Isselhorst ausgeplündert haben. Am 18./19. März 2018 soll das Ziel ein Kfz-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück gewesen sein, wo unter anderem ein Tresor, Reifen und Werkzeug verschwanden.

Bande richtete bei den Einbrüchen hohe Schäden in Firmengebäuden an

Eine Nacht später sollen die Einbrecher im Industriegebiet Bielefeld-Altenhagen an der Brönninghauser Straße aufgetaucht sein. Der Großteil der Beute aus zwei Firmen blieb zurück, weil überraschend die Polizei kam.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Rumänen zudem vor, in den Tatobjekten hohe, teils fünfstellige Sachschäden angerichtet zu haben. So wurden mit brachialer Gewalt Alarmanlagen zerstört, Türen aufgebrochen, Wände eingerissen oder Fenster zertrümmert. Die Serie endete am 15. Oktober 2018 in der Ruhrgebietsstadt Bottrop, als Polizisten die vier mutmaßlichen Einbrecher und ihre Hintermänner festnahmen. An der Aufklärung der Einbruchsserie war maßgeblich die Kripo Gütersloh beteiligt, sagte Staatsanwalt Kutkuhn.

Dienstag am ersten Prozesstag legte ein Angeklagter ein Geständnis ab. Der 28-Jährige belastete seine Komplizen schwer. Zuvor hatte Vorsitzender Richter Carsten Wahlmann versucht, das bis zum 17. Juni terminierte Verfahren abzukürzen. Eine Verständigung zwischen allen Prozessbeteiligten – festgelegte Haftstrafen zwischen knapp zwei und gut fünf Jahren im Gegenzug von Geständnissen – scheiterte an der Ablehnung von vier Angeklagten.

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