Bahn erneuert Brücke in Ummeln – Stadt soll für Aufweitung zahlen
Engstelle unter den Gleisen

Bielefeld (WB). Nur langsam fahren Busse durch die enge Eisenbahnbrücke an der Warendorfer Straße, um nicht anzuecken. Begegnungsverkehr ist erst recht nicht möglich. Die Bahn plant jetzt zwar die Erneuerung der Unterführung, wenn die Stadt eine breitere Ausführung will, muss sie sie teuer bezahlen.

Dienstag, 02.04.2019, 12:35 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 13:00 Uhr
Der Bus passt kaum durch die Unterführung an der Warendorfer Straße. Die geplante Erneuerung macht eine Aufweitung möglich, die soll aber die Stadt bezahlen, weil die Straße als »nicht verkehrswichtig« eingestuft wird. Foto: Peter Bollig

Die aktuelle Breite und Höhe der Unterführung entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, stellt die Stadtverwaltung fest. Rund 3,5 Meter breit ist die Brücke unter der Hauptstrecke der Deutschen Bahn zwischen Hamm und Bielefeld. Ein Schild begrenzt die erlaubte Durchfahrtshöhe auf drei Meter. Weil die Decke als Bogen ausgeformt ist, müssen Fahrer hoher Fahrzeuge, wie die der Busse der Linien 28 und 128, die dort verkehren, ohnehin aufpassen, um Beulen und Kratzer zu vermeiden. Ein weiteres Verkehrsschild regelt, dass Fahrzeuge aus den beiden Richtungen nicht gleichzeitig in die Unterführung fahren. Ein separater Fußweg ist gar nicht vorhanden, Sicherheitsabstände zu Radfahrern sind gar nicht einzuhalten. Dabei ist die Unterführung Teil des Radwegenetzes der Freizeitrouten.

9,50 Meter sind erforderlich

Dass die Bahn das in die Jahre gekommene Bauwerk 2024 erneuern will, kommt den Planern eigentlich gelegen. Denn der Landesbetrieb Straßen NRW will unmittelbar neben die Bahnbrücke eine weitere Brücke setzen, über die die geplante Ortsumgehung Ummeln direkt neben dem Bahndamm über die Warendorfer Straße führen soll. Und die wird nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) gebaut: mit einer lichten Weite von 9,50 Meter und einer lichten Höhe von 4,50 Meter. Sie bietet Platz für Lastwagen und Busse, die sich auf einer 6,50 Meter breiten Fahrbahn dort begegnen können. Auch für Fußgänger bliebe ein eigener Bereich der Straße, um sicher neben dem rollenden Verkehr die Umgehungsstraße zu unterqueren.

Würde die neue Eisenbahnbrücke nach den bisherigen Maßen erneuert, wäre sie wie ein Flaschenhals, der vor der ebenfalls neuen Straßenbrücke den Verkehrsraum drastisch verengen würde.

Straßen NRW und die Stadt halten es somit »für sinnvoll und aus Sicherheitsgründen für erforderlich«, die beiden Brückenbauwerke aufeinander abzustimmen. Auch Mobiel fordert die Aufweitung der Eisenbahnbrücke, weil moderne Busse eine Durchfahrtshöhe von 3,50 Metern benötigen. Schon jetzt sind die Busse dort nur mit einer Sondergenehmigung unterwegs, wie das Amt für Verkehr feststellt.

Bis zu 2,7 Millionen Euro

Dass die neue Brücke entsprechend breiter gebaut wird als die bisherige, stößt auch bei der Bahn nicht auf Widerspruch. Laut Amt für Verkehr hat die DB Netz AG bereits bei der Stadt nach deren Wünschen gefragt. Für die Stadt hat das aber seinen Preis, wie Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr jetzt den Brackweder Bezirkspolitikern mitteilte. Denn die Bahn übernimmt die Finanzierung ihrer Brücke nur für ein Bauwerk in der bisherigen Größe – also mit dem üblichen Querschnitt aus der Zeit von vor rund 100 Jahren. Ein solches Bauwerk kostet die Bahn etwa 4,5 Millionen Euro. Die Stadt muss sich nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz an den Mehrkosten für die gewünschte Aufweitung beteiligen. Auf 1,8 bis 2,7 Millionen Euro schätzen die Planer diesen städtischen Anteil.

Dass es keine Förderung des Landes dafür gibt, hat die Bezirksregierung Detmold festgestellt. Der Grund indes sorgte bei den Bezirksvertretern für Stirnrunzeln: Die Warendorfer Straße sei keine verkehrswichtige Straße. Für Peter Diekmann (CDU) ist das schwer nachvollziehbar: »Es gibt dort nur zwei Straßenverbindungen zwischen den Ortsteilen. Und die Warendorfer Straße ist eine davon.« Gleichwohl stimmten die Politiker der Aufweitung der Eisenbahnbrücke zu.

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