Der Verein Laika spendet »tierischen Trost« seit einem Jahr im Dorf Sentana
»Kanela ist unser Herzensöffner«

Bethel (WB). »Tiere helfen, sich leichter zu öffnen. Tiere sind authentisch und ehrlich«, sagt Ingrid Littmann. Seit einem Jahr ist sie mit ihrem Verein Laika im Dorf Sentana. Laika steht für Trost auf vier Pfoten. Am Wochenende erlebten viele Besucher die ganz besondere Nähe zu den Tieren.

Dienstag, 02.04.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 14:30 Uhr
Starkes Team: Ingrid Littmann und ihre Hündin Kanela im Tipi-Zelt. Es dient häufig als Rückzugsort für Gespräche in einem geborgenen Raum mit einzelnen Teilnehmern, aber auch mit Gruppen. Und vorgelesen wird natürlich auch. Foto: Bernhard Pierel

Der Begegnungs- und Gnadenhof Sentana, eingebettet ins Frühlingsgrün am Rande des Teutoburger Waldes am Quellenhofweg, strahlt Ruhe aus und Geborgenheit. Der Blick von der Terrasse fällt auf das Gelände, wo es die verschiedensten Begegnungen zu sehen gibt. Tiere, die um Zuneigung werben, sich streicheln lassen, zutraulich sind, Geborgenheit vermitteln. Der Verein Laika, 2015 von Ingrid Littmann gegründet, lebt von der Idee und dem Angebot, Kinder und Jugendliche zu begleiten und zu unterstützen in ihrer Trauerarbeit, die zumeist ganz anders ausfällt als bei Erwachsenen.

Begleitete Trauerarbeit

Der Tag der offenen Tür am Wochenende soll helfen, Angebote zu erleben und zu verstehen, ganz einfach einen ersten Schritt zu tun, einfach zu reden oder zuzuhören. Der Verlust des Vaters, der Mutter, der Großeltern oder Geschwister bedeuten für Kinder einen massiven Einschnitt. Sie verlieren Rückhalt, ein Vorbild vielleicht, einen Reibungspunkt oder ein Maßstab, an dem sie sich im Alltag ausgerichtet hatten. Begleitete Trauerarbeit bei Laika kann hilfreich sein, hat Ingrid Littmann längst erfahren, seit sie in Einzelbegleitungen oder in Gruppen mit ihrem Team tätig ist. Seit einem Jahr ist Laika zu Hause im Dorf Sentana.

Schafe, Pferde, Kaninchen und Hühner gibt es zu entdecken. Oder die alte Hausschweinrasse, deren Vertreter ihre Rüssel zutraulich durch den Zaun stecken. Wie Verbindungen zwischen Mensch und Tier entsteht, sieht man am Tag der offenen Tür an vielen Stellen. Es gibt Hofführungen und einen Büchertisch, Infomöglichkeiten und Vorträge. Und am Tipizelt wird Stockbrot gebacken.

Wo Gastgeberin Ingrid Littmann ist, folgt sofort Hündin Kanela. Die Mischlingshündin mit griechischen Vorfahren ist ihre ständige Begleiterin seit 2010, gehört einfach zum Team und hat, wie ihr Frauchen bescheinigt, offensichtlich eine besondere Gabe, ganz einfach die Herzen der Kinder zu öffnen und sich bei Bedarf auch stundenlang im Gespräch streicheln zu lassen. Littmann: »Kanela ist unser Herzensöffner.«

Eine Oase der Ruhe

Für viele Besucher ist der Tag in Sentana ganz besonders. Es ist auch eine Oase der Ruhe, schätzen viele Eltern, die ihre Kinder zu Veranstaltungsangeboten bei Laika bringen. Wenn sie aus dem Auto aussteigen und die Ruhe spüren, atmen sie erst ganz tief durch, schildert Ingrid Littmann. So ist es auch auf der Kaffeeterrasse, wo man das Kleinod auf sich wirken lassen kann.

Tiergestützte Einzelbegleitungen und Gruppenangebote gibt es für Kinder ab drei Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene. Laika will aber auch Eltern beraten für den Umgang mit Krankheit, Tod und Trauer, bietet sogar Elterngruppen und Angebote für Väter. Die Tiere, das merkt man bei einem Besuch in Sentana, genießen diese besondere Oase ebenso. »Viele sind Gnadentiere, manche kamen aus schlechter Haltung, wurden befreit, waren krank oder wurden aus Altersgründen abgegeben«, erzählt Ingrid Littmann. Dass es den Tieren heute besser geht, nehmen die Kinder wahr. Es ist eine Art Botschaft, sein Leben neu zu gestalten. Der Besuch bei Laika, davon ist Ingrid Littmann überzeugt, ist immer ein Gewinn für Geist und Seele.

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