Bielefelder Verwaltung rechnet jetzt mit 20 Monaten für die Hauptphase der Arbeiten
Umbau der Hauptstraße dauert länger

Bielefeld (WB). Die Anlieger sehen sorgenvoll auf den geplanten Umbau der Hauptstraße, mancher Einzelhändler fürchtet um seine Existenz, wenn die Läden schwer erreichbar sind und Kunden angesichts der Baustelle lieber anderswo einkaufen. Jetzt teilt das Amt für Verkehr mit, dass die Bauarbeiten länger dauern als zunächst geplant.

Dienstag, 02.04.2019, 09:30 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 09:40 Uhr
20 Monate sollen von März 2021 an die Hauptarbeiten an der Hauptstraße dauern. Vorab werden bereits Hausanschlüsse erneuert, die Ginkos gerodet, Leitungen angepasst und die Standorte neuer Bäume vorbereitet. Foto: Peter Bollig

Statt der bislang angenommenen 18 Monate wird die Hauptbauphase, in der auch keine Straßenbahnen über die Hauptstraße fahren können, wohl 20 Monate dauern. Und schon vorher wird an vielen Stellen die Straße aufgerissen, wie Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr mitteilt.

Der Leiter der Abteilung Verkehrswegebau begründete die zeitliche Ausweitung mit Arbeiten am Kanal: Zwischen Gaswerk- und Jenaer Straße sollen fünf Kanalabschnitte saniert werden. Weil diese Arbeiten nur während der Hauptbauphase erledigt werden können, verlängert sich Vahrson zufolge die Bauzeit um zwei Monate. Diese Arbeiten seien zunächst nicht geplant gewesen. »Das war eine Abwägung des Umweltbetriebs, ob man die Kanäle erst mal so belässt und dann in einigen Jahren erneuert«, erläutert der Abteilungsleiter. Jetzt habe man sich doch entschieden, die Kanalsanierung mit zu erledigen. In einigen Jahren müsste die Straßen sonst für vier Monate erneut aufgerissen, der Stadtbahnverkehr in dieser Zeit erneut unterbrochen werden.

Dirk Vahrson informierte jetzt über den aktuellen Stand der Planung:

Der Bauumfang

Neben der Kanalsanierung steht die Erneuerung der Gleise und der Fahrbahn im Auftragsbuch der Handwerker. Dazu kommt – der wichtigste Anlass der Planung – der Bau von drei Hochbahnsteigen, um die Stadtbahnzüge barrierefrei zugänglich zu machen. Die vorhandenen Ginko-Bäume werden gerodet, neue Bäume gepflanzt. Laut Verwaltung konnte durch Sondierungsgrabungen nachgewiesen werden, dass die geplanten neuen Baumstandorte größtenteils realisiert werden können, ohne mit Versorgungsleitungen in Konflikt zu geraten. Einige Baumstandorte müssen Vahrson zufolge ertüchtigt werden, indem der notwendige Raum für die Wurzelballen geschaffen und einige Versorgungsleitungen angepasst werden. Gas-, Wasser- und Stromleitungen können überwiegend verbleiben, nur in einigen Abschnitten müssen sie umgelegt werden. Auch die Hausanschlüsse im Kanalsystem sollen erneuert werden.

Insgesamt erstreckt sich das Baufeld über gut einen Kilometer von der Gaswerk- bis zur Jenaer Straße. Weil die Fahrbahn dort schadhaft ist, soll der Baubereich um 50 Meter jenseits der Gaswerkstraße ausgedehnt werden.

Der Zeitplan

Im Amt für Verkehr und bei Mobiel rechnet man mit einer Genehmigung (Planfeststellungsbeschluss) durch die Bezirksregierung Detmold im September dieses Jahres. Zwei Monate später sollen die Fördermittel bewilligt sein.

In einer Vorlaufphase sollen vorbereitende Arbeiten stattfinden. Dazu gehören die Sanierung der Hausanschlüsse im Bereich der Fuß- und Radwege von Oktober 2019 bis Mai 2020 sowie vorlaufende Leitungsverlegungen zwischen Januar und November 2020. Von April bis November 2020 sollen auch die Baumstandorte vorbereitet werden.

Die Hauptbauphase ist für die Zeit von März 2021 bis Oktober 2022, die Inbetriebnahme für September 2022 geplant. Falls Einwendungen von Bürgern die Planfeststellung verzögern, sieht Dirk Vahrson Nachteile auch für den Einzelhandel. Bislang sei der Ablauf so geplant, dass nur einmal das Weihnachtsgeschäft betroffen ist. Bei Verzögerungen könnte die Bauzeit das Weihnachtsgeschäft zweimal trüben.

Glückstalertage

Ob die Bauarbeiten zugunsten der Glückstalertage unterbrochen werden, ist noch offen. Nach Angaben des Amtes für Verkehr könnte mit den Baufirmen vereinbart werden, die Arbeiten zu stoppen, das Baufeld entsprechend herzurichten, dass das Volksfest gefeiert werden kann. Das würde zusätzliches Steuergeld und zusätzliche Bauzeit kosten, sei aber grundsätzlich möglich.

Verkehrsführung

Während der vorbereitenden Arbeiten können Stadtbahn und Autos noch fahren. Während der Hauptbauphase wird, wie Dirk Vahrson sagt, permanent auf der gesamten Strecke des Baufeldes gearbeitet – die ersten zehn Monate auf der Südseite, danach auf der Nordseite der Fahrbahn. Auf der jeweils anderen Seite können Fahrzeuge fahren. Allerdings wird der Durchgangsverkehr ausgesperrt, so dass die Fahrbahn frei bleibt für Anlieger, Rettungsfahrzeuge und Baustellenfahrzeuge. Die Stadtbahn verkehrt auf der Hauptstraße in diesen 20 Monaten nicht, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird zwischen Brackwede Bahnhof und Endhaltestelle Senne eingerichtet. Wo der fährt, wird ebenso noch geklärt wie die Frage, wie der Verkehr im Wohngebiet oberhalb der Hauptstraße fließen kann und Sperrungen zur Bodelschwingh­straße geöffnet werden.

Zusätzliche Arbeiten

Parallel zur Hauptstraßenerneuerung wird von März bis Juni 2021 in der Hauptstraße der Kanal zwischen Artur-Ladebeck-Straße und Lönkert erneuert. Weil auch diese Arbeiten nur unter Sperrung des Stadtbahnverkehrs stattfinden können, wurden die beiden Projekte zeitlich zusammengelegt. Auf die Dauer der Hauptstraßensanierung wirke sich das nicht aus, betont Dirk Vahrson.

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