Blutiger Ehestreit in Bielefeld – Prozessauftakt vor dem Schwurgericht
Ehefrau mit Hammer attackiert

Bielefeld (WB/hz). Ein blutiger Ehestreit eines jesidisch-irakischen Paares in der Bielefelder Innenstadt wird von Montag an vor dem hiesigen Schwurgericht (1. Große Strafkammer) verhandelt. Der Mann soll seiner Frau, einer fünffachen Mutter, mit einem Hammer den Schädel eingeschlagen haben. Gegen den 53-jährigen Mann hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Montag, 01.04.2019, 09:15 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 10:20 Uhr
Der Angeklagte spricht zum Prozessauftakt mit seinem Anwalt Ali Senol. Foto: Jens Heinze

Die 38-Jährige erlitt bei der Attacke lebensgefährliche Kopfverletzungen und gilt bis heute als nicht vernehmungsfähig. Die fünf gemeinsamen Kinder des Ehepaares im Alter von einem bis elf Jahren wurden vom städtischen Jugendamt in Obhut genommen und leben seit dem Kapitalverbrechen in Pflegefamilien.

Bei den Ermittlungen nach der Bluttat vom 8. Oktober vergangenen Jahres in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Herforder-/Walther-Rathenau-Straße sind offenbar wichtige Fragen offen geblieben. So scheinen weder die genaue Tatzeit noch das Motiv oder die Tatwaffe bekannt zu sein. Nach Meinung der Rechtsmedizin könnte ein Hammer die Tatwaffe gewesen sein.

Streit eskaliert

Selbst die wahre Identität des Angeklagten scheint unklar. Der zweimal verheiratete 53-Jährige war bei seiner ersten Ehe unter ganz anderen Personalien den Bielefelder Behörden bekannt. Demnach wäre er zehn Jahre älter und hätte einen ganz anderen Namen.

Gesichert scheint der ungefähre Tatablauf. So eskalierte am frühen Morgen des 8. Oktober in der gemeinsamen Wohnung ein Streit zwischen dem Angeklagten und seiner zweiten Ehefrau. Gegen 3 Uhr rief der 53-Jährige über Notruf 112 in der Feuerwehr-Leitstelle an. Er habe seine Frau getötet, sie könne nicht sprechen, berichtete der Mann am Telefon und verlangte Hilfe. Als Polizei und Rettungsdienst im Haus an der Ecke Herforder-/Walther-Rathenau-Straße eintrafen, lag die fünffache Mutter lebensgefährlich verletzt mit eingeschlagenem Schädel auf dem Ehebett.

Der Ehemann ließ sich am frühen Morgen des 8. Oktober widerstandslos festnehmen und sitzt seitdem im Bielefelder Gefängnis in Untersuchungshaft. Der zur Tatzeit mit etwa zwei Promille schwer alkoholisierte 53-Jährige gab im Polizeiverhör an, sich an nichts erinnern zu können.

Der Prozess vor dem Schwurgericht beginnt an diesem Montag und ist auf zunächst vier Verhandlungstage terminiert. Das Urteil wird für den 7. Mai erwartet.

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