BBF sagt Prüfung zu, sieht aber Probleme beim Zeitplan
Überraschender Vorschlag: Hallenbad in Schildesche

Bielefeld (WB). Bei der Debatte um den Neubau eines Hallenbades im Bielefelder Norden gibt es nun einen ganz neuen Standort-Vorschlag. Entstehen könnte es auf dem Gelände der Martin-Niemöller-Gesamtschule an der Apfelstraße .

Samstag, 23.03.2019, 04:00 Uhr
Die Gesamtschule Schildesche wird abgerissen, auf dem Gelände soll ein kleinerer Ersatzneubau entstehen. Foto: Bernhard Pierel

Das zumindest soll geprüft werden, hat die Bezirksvertretung Schildesche am Donnerstag einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen – und damit die Diskussion um den Hallenbad-Standort und gleichzeitig um die Nachfolge-Nutzung des Schulgeländes, wenn dort ein kleinerer Nachfolgebau der heutigen Schule steht, angekurbelt.

»Es gibt gute Argumente, ein Bad an dieser Stelle zu bauen«, sagte Schildesches Bezirksbürgermeister Martin Sauer (Grüne). Dafür sprächen die gute Verkehrsanbindung durch die Endstation der Stadtbahnlinie 1 und der Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe sowie die direkte Anbindung des Bades an die Martin-Niemöller-Gesamtschule. »Denn ein Hauptargument für den Neubau eines Hallenbades ist ja, dass für den Schwimmunterricht der Schulen mehr Kapazitäten benötigt werden«, sagt Martin Sauer.

Darüber hinaus, so der Bezirksbürgermeister, gebe es schon jetzt viele Gerüchte, wie die frei werdenden Flächen auf dem Schulgelände künftig genutzt werden könnten – bis hin zu Spekulationen, dass dort Luxuswohnungen entstehen könnten. Sauer: »Mit einem Hallenbad würde die Fläche aber weiterhin für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.«

Gute Verkehrsanbindung

Den Vorschlag, das Schulgelände als Standort zu prüfen, hatte der Schildescher Grünen-Fraktionsvorsitzende Stephan Godejohann am Donnerstag gemacht, nachdem es zuvor eine Absage der Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH (BBF) auf einen Antrag der Fraktion der Linken in dem Gremium gegeben hatte, das Gelände des ehemaligen Freibades in Schildesche an der Westerfeldstraße als Standort zu prüfen. »Die infrage kommenden Flurstücke sind als Bereich zum Schutz der Natur sowie als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Baurecht besteht nicht und wird auch theoretisch kaum herzustellen sein«, hatte dazu BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns geantwortet.

Dass Schildesche überhaupt als Standort für einen Hallenbad-Neubau im Gespräch ist, beruht auf dem Beschluss des Schul- und Sportausschusses, geeignete Stellen in den Stadtbezirken Jöllenbeck, Heepen und Schildesche für ein Hallenbad im Bielefelder Norden zu prüfen. Im vergangenen Mai hatte Oberbürgermeister Pit Clausen die Debatte angestoßen mit seinem Vorschlag, das marode Freibad in Jöllenbeck nicht zu sanieren, sondern durch ein Kombibad mit Freiluftbereich zu ersetzen. Geschätzte Kosten: zehn Millionen Euro.

Kritik am Standort Jöllenbeck

Dieser Vorschlag wird in Jöllenbeck jedoch durchaus skeptisch gesehen. Kritiker befürchten, dass durch einen Neubau an dem in einem Wohngebiet gelegenen Standort zuviel zusätzlicher Verkehr entstehen werde. Die BBF wiederum sieht technische Schwierigkeiten, weil der Standort in einem Siek mit hohem Grundwasserspiegel liegt. Daraufhin hatte der Schul- und Sportausschuss beschlossen, den Suchradius zu erweitern und auch Standorte im Heeper Norden und in Schildesche zu prüfen.

Die BBF will nach dem Vorstoß aus Schildesche den Standort auf dem Schulgelände an der Apfelstraße, auf dem durch den geplanten kleineren Neubau Fläche frei wird, prüfen. »Bislang hatten wir den Standort nicht auf unserer Liste, werden ihn uns nun aber ansehen«, sagte BBF-Sprecherin Birgit Jahnke am Freitag. Benötigt werde allerdings eine Fläche von mindestens 10.000 Quadratmetern. Außerdem sei fraglich, ob das Gelände trotz der guten Verkehrsanbindung weit genug im Norden liege.

Bau soll 2020 beginnen

Größtes Hindernis dürfte allerdings der Zeitplan sein. Denn bevor an der Apfelstraße Fläche frei wird, muss zunächst der Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule auf dem Grundstück an der Ecke Apfelstraße/Westerfeldstraße fertig sein, bevor die Abrissarbeiten an dem jetzigen Schulgebäude beginnen können. Dies dürfte noch einige Jahre dauern.

Bei dem Neubau eines Hallenbades gebe es jedoch »großen Druck« von Seiten der Schwimmvereine und Schulen, so Birgit Jahnke. Ziel der BBF sei es deshalb, noch in diesem Jahr die Entscheidung über einen Standort zu treffen und 2020 mit dem Bau zu beginnen.

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