Bauarbeiten auf der Stadtbahnlinie 3 – Kaufleute fordern zügigere Lösung
»Nicht gut vorbereitet«

Bielefeld (WB/bp/sb). Mitte April sollen die Arbeiten beginnen, um die Strecke der Stadtbahnlinie 3 fit zu machen für den Einsatz der Vamos-Züge. Schon jetzt gibt es Ärger über die Planungen: Kaufleute waren von den Ergebnissen einer Informationsveranstaltung des Amts für Verkehr, des Umweltbetriebs und Mobiel am Mittwochabend enttäuscht.

Freitag, 08.03.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 12:46 Uhr
Symbolfoto. Foto: Büscher

Die Gewerbetreibenden, die zwischen April und November von den Bauarbeiten auf der dann zwischen Nikolaus-Dürkopp- und Oststraße gesperrten August-Bebel-Straße betroffen sind, sehen die Notwendigkeit zwar ein, wollen aber vor allem eines: erreichbar bleiben. Thomas Renken (Optik Renken) kritisiert, dass die Arbeiten nicht komplett im Zwei-Schichtbetrieb erfolgen sollen. »Dadurch dauert das Ganze noch länger«, sagt er. Zudem moniert er, dass immer noch nicht abschließend geklärt sei, ob die Kaufleute auf zusätzliche Parkflächen auf dem Real-Gelände an der Teutoburger Straße zugreifen dürfen. Zudem hätten einige Kaufleute bei der Infoveranstaltung der Eindruck bekommen, die handelnden Personen sei »nicht gut vorbereitet«.

Mitte April sollen die Arbeiten beginnen, die das Ziel haben, die Strecke der Stadtbahnlinie 3 fit zu machen für den Einsatz der Vamos-Züge. Fernwärmeleitungen (50 Jahre alt) und Kanäle (120 Jahre alt) im Untergrund werden erneuert, die August-Bebel-Straße saniert, zwei Hochbahnsteige (Marktstraße, Krankenhaus-Mitte) gebaut. Die Linie 3 endet aus Richtung Innenstadt kommend im Viertel Dürkopp Tor 6, aus Richtung Sieker kommend an der Oststraße; Mobiel bietet einen Busersatzverkehr an.

»Wir prüfen den Einsatz von Lastenfahrrädern.«

Stadtwerke-Sprecher Marcus Lufen sagt, Mobiel werde ein »Maßnahmenpaket« schnüren, um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten. Man suche auch nach Parkmöglichkeiten, die während der Bauphase genutzt werden können. Es gebe bereits Gespräche – und in einem Fall auch eine Lösung. Während der Bauarbeiten wären die 75 Stellplätze der Barmer mit Zufahrt August-Bebel-Straße nicht erreichbar. Mobiel schaffe von der Nikolaus-Dürkopp-Straße aus eine alternative Einfahrt.

Dem Wunsch der Gewerbetreibenden, die Bauzeit mit Nachtarbeit zu verkürzen, könne jedoch allein schon wegen der Anwohner nicht entsprochen werden. Es sei jedoch geplant, zehn Stunden pro Tag zu arbeiten. Lufen: »Wir versuchen alles, den Bauablauf zu optimieren.« So sei auch eine eher unkonventionelle Lösung denkbar, um Anwohnern zu helfen, schwere Einkaufstaschen oder Getränkekisten nach Hause zu schaffen, so Lufen: »Wir prüfen den Einsatz von Lastenfahrrädern.«

Dirk Vahrson (Amt für Verkehr) spricht von einer komplexen Maßnahme mit einem engen Baufeld. Die Stadtbahn werde aber auf jeden Fall ab April über die neue Trassenverlängerung in der Carl-Schmidt-Straße ins Tor 6-Viertel fahren könne und von dort wieder zurückfahren, auch, wenn der Hochbahnsteig dort erst im Mai fertiggestellt ist. Vahrson und Lufen versichern beide, dass die Erreichbarkeit auch in dem gesperrten Straßenabschnitt für Fußgänger jederzeit gegeben sei. Am Mittwoch, 13. März, um 19.30 Uhr beginnt eine Info-Veranstaltung für Anwohner – in den Räumen des Vereins BAJ, August-Bebel-Straße 135.

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