Theater Bielefeld präsentiert das Programm der Spielzeit 2019/20
Motto: Die Zukunft ist Geschichte

Bielefeld (WB). Sagenhafte 30 Produktionen schmücken den Spielplan der Saison 2019/20. Das Spielzeitmotto »Die Zukunft ist Geschichte« knüpft, so Intendant Michael Heicks, an zwei historische Ereignisse an, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind: das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und den Mauerfall vor 30 Jahren.

Donnerstag, 07.03.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 11:06 Uhr
Stellen Spielzeit und Spielzeitmotto vor (von links): Christian Schlüter, Simone Sandroni, Jón Philipp von Linden, Alexander Kalajdzic, Verwaltungsdirektorin Ilona Hannemann und Intendant Michael Heicks. Foto: Oliver Schwabe

Ob Komödie, Drama, Tragödie, absurdes Theater oder Märchen: Das Musiktheater stellt sich in der kommenden Spielzeit breit auf und startet mit einer turbulenten Musicalfassung von Ken Ludwigs Komödie »Otello darf nicht platzen!« in die Saison (1. September). Nicht minder lebhaft geht es in Mozarts »Die Hochzeit des Figaro« zu. Das Werk, mit dem vor 13 Jahren die Wiedereröffnung des Stadttheaters gefeiert wurde, steht ab dem 28. September erneut auf dem Spielplan. »Im Kontext zur Französischen Revolution angelegt, ist es vom Spielzeit-Motto nicht weit entfernt«, betont Musikdramaturg Jón Philipp von Linden.

Das ist sehr anspruchsvolle Musik. Wir hoffen, Eötvös persönlich hierher zu kriegen

Alexander Kalajdzic

Im Spannungsfeld von persönlichem Schicksal und großpolitischer Lage ist Verdis »Aida« angesiedelt (30. November). Der Urgeschichte der Menschheit wendet sich Peter Eötvös Oper »Paradise reloaded« aus dem Jahr 2013 zu (18. Januar). Im Mittelpunkt steht der Mythos von Lilith, der ersten Frau Adams. »Das ist sehr anspruchsvolle Musik. Wir hoffen, Eötvös persönlich hierher zu kriegen«, sagt GMD Alexander Kalajdzic.

In der Tradition der großartigen französischen Komponisten steht Charles Gounods Oper »Faust« (29. Februar). Eine Tragödie, die in ohrwurmverdächtigen Melodien und verführerischen Arien daher kommt. »Alles, was das amerikanische Musiktheater zu bieten hat, versammelt sich in Leonard Bernsteins Oper ›A Quiet Place‹«, macht Jón Philipp von Linden Geschmack auf eine Kammeroper, die am 25. April 2020 ihrer Premiere entgegensieht.

Musikalische Version der Volkssage vom Freischütz

Inhaltlich geht es um die brüchige Fassade einer amerikanischen Vorstadtfamilie. Als spartenübergreifende Produktion kommt am 23. Mai 2020 »The Black Rider – The Casting of the Magic Bullets«, eine musikalische Version der Volkssage vom Freischütz, auf die Bühne des Stadttheaters.

Lange stand Sergej Prokofjews Oper »Die Liebe zu den drei Orangen« auf der Wunschliste des Musiktheaters. Jetzt hat es endlich geklappt, das fantasievoll-vergnügliche Märchen mit seinen Commedia-dell-arte-Figuren auf den Spielplan zu setzen (12. Juni 2020). »Prokofjew war ein freches Kind. Das spiegelt sich in der Oper wider und spannt zugleich den Bogen zu Mozart, der nie erwachsen werden wollte«, sagt Kalajdzic.

Simone Sandroni tanzt zu Bielefelder Philharmoniker

In der Sparte Tanz choreografiert Simone Sandroni zwei Uraufführungen. »Opus Fünfundsechzig« (26. Oktober) spürt tänzerisch den vielschichtigen Strukturen von Schostakowitsch’ 8. Symphonie nach. Die Musik wird live von den Bielefelder Philharmonikern gespielt.

Im Stück »Puls« (4. April 2020) erforscht Bielefelds Tanzchef gemeinsam mit dem italienischen Komponisten Francesco Antonioni die gesellschaftliche Bedeutung von Tanz. Neben einem Tanzabend mit Gastchoreograf und einem Tanzgastspiel wird es drei Schrittmacher-Produktion mit Laien geben.

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