1109 Infektionen in Westfalen-Lippe – Krankenkasse rät zur Impfung
Keuchhusten: weniger Fälle gemeldet

Bielefeld (WB/jmg). In Westfalen-Lippe ist die Anzahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Keuchhustenfälle 2018 gesunken. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Meldung der AOK Nordwest hervor. Insgesamt seien 1109 Infektionsfälle gemeldet, 2017 seien es noch 1654 gewesen. »Das entspricht einem Rückgang von 33 Prozent«, heißt es von der Krankenkasse. Auf Bundesebene sei ein Rückgang von mehr als 23 Prozent zu verzeichnen, in gesamt NRW sogar um 50 Prozent. Die AOK bezieht sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

Donnerstag, 07.03.2019, 08:00 Uhr
Auch Erwachsene können betroffen sein. Foto: dpa

»Auch wenn die allgemeine Tendenz rückläufig ist, raten wir, unbedingt die empfohlenen Impfungen insbesondere bei Säuglingen und Kindern vorzunehmen«, wird der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann zitiert. »Aber auch die Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen sollte nicht vernachlässigt werden.« Mehr als die Hälfte aller Erkrankungen betreffe Erwachsene ab dem 30. Lebensjahr bis ins hohe Alter.

Im ersten Lebensjahr ernste Bedrohung für Kinder

Gerade im ersten Lebensjahr stellt der Keuchhusten nach Angaben der Krankenkasse eine ernste gesundheitliche Bedrohung für Kinder dar. Immer wieder würden schwere Erkrankungsverläufe beobachtet. »Atemnot durch angeschwollene Atemwege und Erbrechen sind häufige Begleiterscheinungen. Bei kleinen Kindern können Atempausen lebensgefährlich werden, insbesondere im Schlaf«, schreibt die AOK. Die Impfung gegen Keuchhusten gehöre zu den Kombinationsimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem dritten Lebensmonat empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt werden. Auffrischungsimpfungen sind laut AOK im Alter von fünf bis sechs Jahren sinnvoll.

Keuchhusten – oder auch Pertussis – wird laut RKI durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst. Die Übertragung erfolge durch Tröpfchen­infektion, die durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person innerhalb eines Abstandes bis zu etwa einem Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen erfolgen kann, wie es im RKI-Ratgeber heißt. Dem zuständigen Gesundheitsamt wird bereits der Krankheitsverdacht namentlich gemeldet. »Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen«, schreibt das RKI.

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