Meinungsforscher Kantar schließt Telefonstudio in Bielefeld
210 Interviewer verlieren Job

Bielefeld (WB/OH).  Der weltweit tätige Meinungsforscher Kantar gibt in Bielefeld sein Studio für Telefoninterviews zum 30. Juni auf. Betroffen sind 210 Mitarbeiter der Tochter Telquest – vor allem Minijobber.

Dienstag, 05.03.2019, 07:20 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 21:24 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Als Grund nennt Standort-Geschäftsführer Hartmut Scheffler den Trend weg vom Telefoninterview hin zur Onlinebefragung. Die drei anderen Sparten in Bielefeld – Kantar TNS (Marktforschung), Kantar Emnid (Politik-, Meinungs- und Sozialforschung) sowie Kantar Health (Pharma- und Gesundheitsforschung) – mit insgesamt rund 160 Mitarbeitern bleiben bestehen.

Hartmut Scheffler führt Kantar in Bielefeld.

Hartmut Scheffler führt Kantar in Bielefeld.

»Bielefeld hat als zweitgrößter der sechs Kantar-Standorte in Deutschland unverändert eine große Bedeutung im Verbund«, betont Scheffler. Hierzulande blieben nach der Schließung des Telefonstudios in Bielefeld drei Standorte für Telefoninterviews.

Das hiesige Institut geht zurück auf den 1945 gegründeten Meinungsforschungs-Pionier Emnid. Die heutige Struktur ist das Ergebnis mehrerer Zusammenschlüsse. Weltweit ist Kantar mit gut 25.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern aktiv. Der Mutterkonzern WPP will die Mehrheit an seiner Meinungsforschungssparte abgeben, um in sein Kerngeschäft als Werbe- und Kommunikationsdienstleister zu investieren. Für bis zu 80 Prozent der Anteile wird ein Käufer gesucht. Mehrere Finanzinvestoren zeigen Interesse. Eine Entscheidung soll bis Ende Juni fallen. Kantar setzte 2018 umgerechnet fast drei Milliarden Euro um – währungsbereinigt ein Minus von 1,8 Prozent.

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