Im Tauziehen um Beiratsposten wird außergerichtliche Lösung angestrebt
Oetker-Familienstreit: Klage ruht

Bielefeld (WB/OH). Im Familienstreit beim Bielefelder Oetker-Konzern soll eine öffentliche Auseinandersetzung vor einem ordentlichen Gericht offenbar vermieden werden.

Montag, 04.03.2019, 19:33 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 00:32 Uhr
Im Familienstreit beim Bielefelder Oetker-Konzern soll eine öffentliche Auseinandersetzung vor einem ordentlichen Gericht offenbar vermieden werden. Foto: dpa

Die von den drei Vertretern des jüngsten Zweigs der vierten Gesellschaftergeneration eingereichte Klage gegen die von den anderen zwei Familienstämmen durchgesetzte Wahl einer Beirätin ist bis auf Weiteres ruhend gestellt. Die Initiative für diesen in der Zivilprozessordnung vorgesehenen Weg soll von den Klägern Alfred (51), Carl Ferdinand (46) und Julia (40) Oetker ausgegangen sein . Das Unternehmen als offizieller Antragsgegner hat dem Schritt zugestimmt.

Drei Monate Zeit für eine außergerichtliche Einigung

Üblicherweise haben die Beteiligten nun mindestens drei Monate Zeit, sich außergerichtlich zu einigen. Im konkreten Verfahren geht es um die Wahl von Anna Maria Braun (39) im Dezember 2018 in das Kontroll- und Beratungsgremium. In der Versammlung der acht Familiengesellschafter hatten die drei Kinder aus der dritten Ehe des 2007 verstorbenen Firmenpatriarchen Rudolf-August Oetker gegen die Wahl der Vorständin des hessischen Pharma- und Medizintechnikkonzerns B. Braun gestimmt. Damit war die eigentlich notwendige Dreiviertelmehrheit nicht gegeben. Versammlungsleiter August Oetker (74) stufte die Gegenstimmen seiner drei Halbgeschwister jedoch als treuwidrig ein und erklärte die Wahl Brauns für gültig.

Der konkrete Streitfall gilt als Folge eines seit Jahren schwelenden Machtkampfes innerhalb der Familie. Bis Monatsende soll der Beirat zudem neu zusammengesetzt werden. Vorsitzender August Oetker, der am 17. März 75 wird, muss das Gremium aus Altersgründen verlassen. Für seinen Familienzweig soll sein Sohn Philip (45) nachrücken. Als Favorit auf den Vorsitz des Beirats mit je einem Vertreter der drei Familienstämme und vier externen Persönlichkeiten gilt Rudolf Louis Schweizer (51). Er ist bislang der einzige Vertreter der fünften Generation in dem Gremium. Alfred Oetker dürfte dann – wie schon bislang – Stellvertreter sein.

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