Trasse Bielefeld-Hannover soll neu gebaut werden – Kritik an Tunnelplan
Umstrittene Bahnstrecke

Bielefeld/Porta Westfalica (WB/mba). Das Bundesverkehrsministerium hält trotz massiver Kritik aus Ostwestfalen-Lippe an einem Neubau der Bahntrasse zwischen Bielefeld und Hannover fest. Das geht aus einem Schreiben von Enak Ferlemann (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, an die heimischen Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus (CDU), Achim Post (SPD) und Stefan Schwartze (SPD) hervor.

Mittwoch, 30.01.2019, 16:43 Uhr

Hintergrund der Neubaupläne ist der Deutschland-Takt. Bis 2030 soll ein neues System mit besser abgestimmten Umsteigeverbindungen aufgebaut werden. Das Bahnfahren soll pünktlicher und schneller, die Anschlüsse sollen verlässlicher werden. Die Fahrzeit von Bielefeld nach Hannover soll von gut 50 auf 31 Minuten verkürzt werden. Von Bielefeld aus sollen die Fahrgäste Berlin in zwei Stunden erreichen. Das wäre eine Zeitersparnis von gut einer halben Stunde. In diesem Zusammenhang ist auch eine Tunnel­lösung durch den Jakobsberg in Porta Westfalica im Gespräch. Nordrhein-Westfalen und die drei Bundestagsabgeordneten lehnen diese Pläne ab. Porta Westfalicas Bürgermeister Bernd Hedtmann (SPD) verweist auf den kulturhistorisch und geologisch einzigartigen Landschaftsraum, der durch den Tunnel zerstört würde. »Zudem befindet sich dort eine KZ-Gedenkstätte«, sagt Hedtmann.

Das Bundesverkehrsministerium verweist hingegen in dem Schreiben darauf, dass derzeit nur auf drei jeweils etwa fünf Kilometer langen Abschnitten zwischen Bielefeld und Hannover Tempo 300 erreicht werde, was bereits zwischen Wolfsburg und Berlin möglich sei. Der Ausbau der Strecke sei notwendig, damit die Hochgeschwindigkeitszüge der Bahn die Bahnhöfe in Hamm, Bielefeld und Hannover im Halbstundentakt ansteuern könnten. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung stehe allerdings noch aus, heißt es.

Die Bundestagsabgeordneten setzen nicht auf einen Neubau, sondern auf eine Ertüchtigung der bestehenden Trasse. Achim Post: »Die Antwort des Bundesverkehrsministeriums bestätigt unsere Sorge. Wir engagieren uns mit aller Kraft parteiübergreifend für den Ausbau der bestehenden Bahntrasse und setzen auf die mehrfach zugesagte umfassende Bürgerbeteiligung.«

 

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