Illustrator zeigt in seiner ersten Ausstellung handsignierte Porträts von Prominenten
Paparazzo mit Pinsel

Bielefeld (WB). Autogrammjäger gibt es viele, aber nur wenige bieten Prominenten dafür eine so exklusive Unterlage wie Jole Stamenkovic. Der Illustrator fertigt fotorealistische Porträts von Schauspielern, Regisseuren und Musikern an, die er sich im Idealfall von diesen persönlich signieren lässt.

Montag, 04.03.2019, 11:00 Uhr
Der Illustrator Jole Stamenkovic zeigt in Bielefeld seine Porträts berühmter Menschen wie Meryl Streep und Jeff Bridges. Foto: Oliver Schwabe

Fast die Hälfte seiner inzwischen 80 Werke umfassenden »Signed Portraits« zeigt der 45-Jährige nun in der Filiale der Deutschen Bank an der Herforder Straße. Auf einem blickt einem vor schwarzem Hintergrund Udo Kier mit einer Krone auf dem Kopf düster entgegen, auf einem anderen lächelt einen Meryl Streep von der Seite an.

Stars wie George Clooney, Christian Bale, Ian McKellen oder Bud Spencer hat Jole Stamenkovic anhand von Fotos aus dem Internet porträtiert. Meist braucht er zwischen zehn und 20 Stunden für seine Werke in Aquarell, Gouache und Kugelschreiber. Für ein Bild von Jeff Bridges, bei dem der gebürtige Lemgoer jedes Barthaar einzeln mit dem Kugelschreiber gezeichnet hat, hat er sogar 45 Stunden benötigt.

Mädchenschwarm Robert Pattinson (Twilight-Saga)

Mädchenschwarm Robert Pattinson (Twilight-Saga) Foto: Schwabe

Dabei ist Zeit essenziell für sein Konzept. »Meist gucke ich nach, welcher Prominente wann wo ist. Dann reise ich dorthin und zeige ihnen meine Bilder und frage nach einer Unterschrift auf dem Bild«, erzählt Jole Stamenkovic. Regelmäßig reist er zur Berlinale, zu den Bafta-Awards nach London oder auch zum Festival des amerikanischen Films in Deauville.

Bei Pre- und Afterpartys, in den Hotels der Prominenten und rund um Pressekonferenzen oder über sein inzwischen aufgebautes Netzwerk sucht der hauptberufliche Werbe-Illustrator dann den Kontakt.

»Auf dem Roten Teppich ist mir das eher unangenehm, außerdem ist es gefährlich mit

Sir Ian McKellen, der Zauberer Gandalf aus »Herr der Ringe«

Sir Ian McKellen, der Zauberer Gandalf aus »Herr der Ringe« Foto: Schwabe

den Bildern zwischen 3000 schreienden Mädels zu stehen«, erzählt Jole Stamenkovic. Fast alle Berühmtheiten seien gerne bereit, die Werke zu unterschreiben, manche ließen sich regelrecht begeistern wie der »Blues Brothers«-Regisseur John Landis, der anschließend ein Geschenk für seine Frau bei Jole Stamenkovic in Auftrag gab.

Die Schauspieler James Franco und Viggo Mortensen hatten erst Bedenken zu unterschreiben, weil sie befürchteten, das Bild mit ihrem Gekritzel zu verschandeln, Regisseur Ridley Scott hatte Angst um sein Porträt, weil er im Nieselregen auf Stamenkovic traf.

Wenn der Preis stimmt...

»Besonders schön war auch die Begegnung mit Ian McKellen, der hat sich zwanzig Minuten Zeit genommen und sich mit mir über meine Bilder unterhalten«, berichtet der Künstler. Da es sich bei allen Bildern um Originale handelt, verkauft der mit Kugelschreiber und Pinsel arbeitende Paparazzo sie bisher nicht, für den richtigen Preis würde er aber eine Ausnahme machen.

US-Schauspielerin Gillian Anderson (»Akte X«)

US-Schauspielerin Gillian Anderson (»Akte X«) Foto: Schwabe

520 unfertige Werke warten derzeit noch auf ihre Vollendung, denn mittlerweile lässt sich Jole Stamenkovic auch Blanko-Unterschriften geben, um die er später die Porträts malt. »Armin Müller-Stahl hat sich erst einmal versichern lassen, dass ich da hinterher keine Rechnung drauf drucke, die er dann unterschrieben hat«, erzählt der frühere Kunstlehrer einer privaten Schule für Musik und Kunst in Gütersloh lachend. Auf das Autogramm des Schauspielers musste er lange warten, da der nach einem seiner Konzerte nicht direkt aus dem Bühnenausgang kam, sondern mit fast 90 Jahren noch mit Kollegen bis nachts um halb zwei feierte.

Warten gehört dazu

Aber das Warten gehört für Jole Stamenkovic, der inzwischen in Ahnatal bei Kassel wohnt, dazu. »Ich liebe Film seit meiner Kindheit und deshalb habe ich angefangen, Schauspieler und Regisseure zu malen«, sagt Stamenkovic, der unbedingt noch ein Autogramm von Anthony Hopkins haben möchte: »Das ist für mich der Schauspieler schlechthin«.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März 2019 in der Deutschen Bank, Herforder Straße 23, während der Filialöffnungszeiten zu sehen.

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