Forderung der Koalition: »Großflächigen Einzelhandel grundsätzlich nur noch mehrstöckig genehmigen«
Wohnen auf dem Discounter

Bielefeld (WB/bp). Nach einer Untersuchung der Technischen Universität Darmstadt gäbe es deutschlandweit ein Potenzial für 560.000 zusätzliche Wohnungen ohne Grundstücksverbrauch – wenn diese nämlich auf den Dächern von Supermarkt-Flachbauten oder auf Bürokomplexen entstehen würden.

Freitag, 01.03.2019, 10:00 Uhr
Die Paprika-Koalition kritisiert den »enormen Flächenverbrauch« etwa hier an der Beckhausstraße. Foto: Oliver Schwabe

Die Paprika-Koalition mit SPD, Grünen und der Ratsgruppe Bürgernähe/Piraten fordert deshalb die Verwaltung in einem Antrag in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses dazu auf, entsprechende Vorgaben für den großflächigen Einzelhandel zu entwickeln. Der Ausschuss tagt am kommenden Montag, 4. März, 17 Uhr, im Technischen Rathaus.

Wohnen über einem Discounter, das wurde bereits im Bielefelder Süden diskutiert: In Senne bei einem Aldi-Neubau ist das eine Forderung der Grünen, in Brackwede, so der Wunsch der Politik, könnte der Lidl-Markt, der an der Ecke Stadtring/Germanenstraße neu entstehen soll, Parken im Untergeschoss anbieten und Wohnetagen oben auf setzen.

Ärger über Beckhausstraße

Georg Fortmeier, Ratsfraktionschef der SPD, ärgert sich dagegen über den Discounter-/Spielhallen-Komplex, der im vergangenen Jahr mit großer Parkfläche an der Beckhausstraße eröffnet wurde: »So etwas sollte nicht mehr genehmigt werden.« Martin Schmelz (Bürgernähe) kritisiert den »enormen Flächenverbrauch« und wünscht sich, dass Discounter-Flachdächer zumindest für die Nutzung durch Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung gestellt werden.

Jens Julkowski-Keppler (Grüne) sagt, Ziel des Antrages sei es, dass großflächiger Einzelhandel grundsätzlich nur noch mehrstöckig genehmigt werden sollte. Dann wäre in den oberen Stockwerken Wohnungen, Büros oder Praxen möglich. Parkplätze sollten unter oder über den Verkaufsräumen errichtet werden, statt daneben. Ebenerdig angelegte Parkflächen, so der Wunsch der Paprika-Koalitionäre, sollten zurück gebaut und für Wohnnutzung umgewidmet werden. Julkowski-Keppler: »Bei den Parkplätzen sollte es Ausnahmen nur für Behinderten-, Familien- und Frauenparkplätze geben.«

Die Antragsteller wünschen sich, dass sich der gesamte Rat anschließen möge. Ergebnisse aus Gesprächen mit Handel und Immobilienwirtschaft sollen nach entsprechendem Beschluss nach den Sommerferien vorgestellt werden.

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