Martin-Niemöller-Gesamtschule bereitet sich auf Betrieb in zwei Neubauten vor
Planungen für zwei Standorte laufen

Bielefeld (WB). Nach der Entscheidung, die Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld-Schildesche an zwei Standorten neu zu bauen, laufen an der Schule bereits die Vorbereitungen für die damit verbundenen Veränderungen. Dabei geht es nicht nur um neue Stundenpläne, sondern auch um die Mensa und ein neues Raumkonzept.

Donnerstag, 07.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 10:50 Uhr
Wenn der Neubau am neuen Standort fertig ist, wird zunächst der nördliche Teil der jetzigen Schule abgerissen. Foto: Bernhard Pierel

Seit Anfang des Jahres arbeite die Gesamtschule zusammen mit dem städtischen Immobilienservicebetrieb, dem Schulamt und dem Architekturbüro Hausmann (Aachen) intensiv an der Anpassung des im Mai 2018 fertiggestellten pädagogischen Konzepts und Raumprogramms, sagt Schulleiter Lutz van Spankeren.

Das pädagogische Konzept, das ursprünglich für einen Standort erarbeitet worden sei, sei auch auf zwei Gebäude übertragbar. Dennoch gebe es vieles, was nun berücksichtigt werden müsse. Dazu zähle unter anderem ein anderes Stundenraster. »Denn klar ist, dass weder Schüler noch Lehrer in einer Fünf-Minuten-Pause das Gebäude wechseln können«, so der Schulleiter. Und auch der Sportunterricht über nur eine Schulstunde werde dann der Vergangenheit angehören.

Ein Schwerpunkt sei auch die Planung der neuen Mensa. Diese sei am bisherigen Standort vorgesehen, da dort die jüngeren Schüler unterrichtet werden und somit das Mittagessen dort am meisten nachgefragt werde.

Mehrfachnutzbarkeit von Räumen

Da die Schüler der Klassen 7 bis 13 die Mensa eher nicht oder nur wenig nutzen werden, so van Spankeren, müsse es auch ein attraktives Angebot mit einem Bis­tro-Konzept und einem Tagesgericht im Gebäude am neuen Standort geben.

In manchen Feldern werde es künftig aber auch mehr Räume geben müssen, etwa für den naturwissenschaftlichen Bereich. »Schon wegen der Laufwege werden wir dann mindestens einen Raum zusätzlich benötigen.« Außerdem müsse es in beiden Gebäude jeweils ein Krankenzimmer geben.

In beiden Gebäuden soll sich in jedem Fall auch die Veränderung in den pädagogischen Konzepten widerspiegeln, die es seit dem Bau der jetzigen Schule in den 70er Jahren gegeben hat. »Damals ging man weniger von Klassen aus, sondern eher von einem wandernden, wissbegierigen Lerner, der sich zwischen den Fachräumen bewegt«, erklärt van Spankeren. In den Neubauten soll jedoch wieder die Klasse im Vordergrund stehen.

Eine wesentliche Neuerung soll auch die Mehrfachnutzbarkeit von Räumen sein, betont der Schulleiter. Räume, die vormittags leer stehen und nur in der Mittagszeit genutzt werden, soll es nicht mehr geben. So könne es zum Beispiel im Gebäude für die Jahrgangsstufen 5 und 6 ein offenes Café geben, in dem es auch begrenzte Kochmöglichkeiten gibt und wo auch Hauswirtschaftsunterricht stattfinden kann.

Diese Multifunktionalität habe den Vorteil, dass weniger Fläche verbraucht werde und das Gebäude somit nachhaltiger sei. Wenn alle Teile der Schule immer genutzt würden, gebe es auch eine bessere soziale Kontrolle. In dem jetzigen, unübersichtlichen Gebäude sei dies aber der Fall, und das sehe man manchen Bereichen zum Teil auch an.

Aulain den Neubauplänen nicht vorgesehen

Eine Aula sei auch bei den Neubauplänen nicht vorgesehen. Stattdessen soll es im Gebäude am neuen Standort einen Versammlungsraum geben mit Platz für bis zu 600 Menschen. »Dieser soll unterteilbar sein zum Beispiel für kleinere Schulaufführungen und mehrere Veranstaltungsflächen, aber auch dem Stadtteil zur Verfügung stehen.

Dass die beiden Gebäude durch die Straße An der Reegt getrennt sind, sei nicht optimal, so Lutz van Spankeren. »Niemand würde eine neue Schule planen, bei der eine Straße über den Schulhof läuft. Das bedeutet Einschränkungen.« Ganz so problematisch, wie es in der Diskussion um die Neubaupläne teils geschildert wurde, sehe er die Situation jedoch nicht.

Insgesamt blicke die Schule mit viel Zuversicht auf das, was komme. »Wir werden eine gute Schule umsetzen können.« Dazu wünsche sich die Gesamtschule jedoch auch, dass die Reduzierung von der jetzigen Achtzügigkeit auf künftig sechs Eingangsklassen möglichst schnell erfolge. Lutz van Spankeren: »Damit das Neubaukonzept nicht von Anfang an durch die Schülerzahl in Frage gestellt wird.«

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