Museum Osthusschule pflegt einen Bestand aus mehreren hundert Gemälden
Bilddokumente der Senner Geschichte

Senne (WB). Einen historischen Klassenraum und alte Materialsammlungen zeigt das Museum Osthusschule, um einen Einblick in den Schulunterricht aus der Zeit um 1900 zu geben. Die Einrichtung an der Senner Straße ist aber auch Heimatmuseum mit einer Kunstsammlung, die gepflegt und erhalten werden will.

Mittwoch, 06.02.2019, 17:30 Uhr
Mit Unterstützung des Fördervereins um den Vorsitzenden Heinrich Osthus (links) und Lothar Schröder (rechts) hat der Leiter des Museums Osthusschule Hans Schumacher einige Bilder restaurieren lassen, um sie zu erhalten. Foto: Peter Bollig

Seit der Eröffnung des wiederaufgebauten Fachwerkhauses im Jahr 2004 als Teil des Gebäudeensembles haben sich etliche Kunstwerke angesammelt: Neben zahlreichen Skulpturen im Garten sind es vor allem Bilder, die an Wänden hängen oder im Archiv eingelagert sind. Für Museumsleiter Hans Schumacher gehört es zum Selbstverständnis des Schul- und Heimatmuseums, sich dieser Kunstwerke zu widmen. Und gesammelt wird, was entweder von heimischen Künstlern stammt oder sich thematisch mit der Senne befasst, wie Schumacher erläutert. Zu den in Senne bekannteren Malern gehören etwa Roland Kündahl, Christa Göbel, Detlef Peinecke, Horst Waskind und Irene Müller. Ihre Arbeiten gehören denn auch zum Schwerpunkt der Kunstsammlung mit Werken aus den vergangenen 50 Jahren.

Museum ist auf Schenkungen angewiesen

Dabei ist das Museum, das von einem Verein betrieben wird, auf Schenkungen angewiesen – so wie zuletzt die von Margret Höner und ihrem Bruder Dietrich Hellweg: Aus dem Nachlass ihrer Mutter Berta Hellweg, geborene Wächter, haben sie eine in Öl auf Holz gemalte Darstellung des Hofes Wächter übergeben. Für Hans Schumacher ist dieses Werk aus der Zeit um 1912, dessen Künstler namentlich nicht bekannt ist, ein gutes Beispiel, warum sich das Museum so um dies

Margret Höner und ihr Bruder Dietrich Hellweg haben ein Ölgemälde des Hofes Wächter an das Museum übergeben.

Margret Höner und ihr Bruder Dietrich Hellweg haben ein Ölgemälde des Hofes Wächter an das Museum übergeben. Foto: Bollig

e Bilder bemüht: »Sie sind oft die einzigen Abbildungen, die überhaupt von den Senner Höfen erhalten sind«, sagt der Museumsleiter. Denn der Hof Wächter ist in den 1960er Jahren abgebrannt, der Nachfolgebau, ein Wohnhaus, musste dem Bau der Autobahn 33 weichen.

Ein weiteres Beispiel ist ein Ölbild von der Waterbör. Es sei das einzige Bild, das die Gebäude an der Waterbör als Hof zeige, sagt Hans Schumacher. Ein Künstler namens Käferstein ist in diesem Fall als Urheber bekannt. Für viele der mehreren hundert Bilder im Bestand des Museums hält dessen Leiter fest: »Das ist nicht die große Kunst. Teilweise muten die Bilder naiv an«, betont Schumacher. Ihr Wert ist für das Museum daher ideeller Natur und ergibt sich aus ihrer dokumentarischen Bedeutung. Das erklärt auch, warum das Museum Osthusschule zuletzt mehr Geld in die Restaurierung einiger Bilder gesteckt hat, als diese Werke überhaupt wert sind.

Restaurierung war Rettung in letzter Sekunde

So wurde auch das Ölgemälde vom Hof Wächter überarbeitet, weil es sich verzogen hatte, verdreckt war und sich ein Riss quer durch die Abbildung zog. Mehr als 400 Euro habe es gekostet, das Bild wieder herzustellen. Finanziert wurde die Maßnahme vom Förderverein.

Für das Waterbör-Bild war die Restaurierung Rettung in letzter Sekunde, weiß Hans Schumacher. Denn das auf Holz gemalte Werk war vom Holzwurm befallen und wäre »inzwischen wohl verloren«, hätten sich nicht Fachleute darum gekümmert, die Holzwürmer zu beseitigen, bevor deren Löcher wieder mit Farbe gefüllt wurden.

Ebenfalls restauriert wurde der Entwurf zur Altarwand der Spiegelschen Kapelle. Das Aquarell des Malers Hans Franke wurde im Jahr 1929 signiert, als die Altarwand in der Kapelle fertiggestellt wurde. Das Aquarell bedurfte ebenso einer Auffrischung wie ein Bild von K. Burckhard, der um 1910 den Hof Menze am Pferdebrink gemalt hat, und der Darstellung einer Bleiche von Irmgard von Möller – entstanden um 1890 und damit das älteste Bild im Bestand des Museums.

Bilder pflegen und bei Bedarf restaurieren

Margret Höner räumt ein, es sei ihr nicht leicht gefallen, das Bild aus den Händen ihrer Familie ans Museum zu geben. »Aber es hat hier den richtigen Platz«, sagt sie. Und Schumacher betont, dass es eben nicht nur Ziel des Museums sei, die Bilder zu horten, sondern sie auch zu pflegen und bei Bedarf restaurieren zu lassen. Wer Bilder von Senner Ansichten oder Senner Künstlern an das Museum übertragen möchte, ist daher ebenso willkommen wie Spender, die einen Beitrag zum Erhalt dieser Bilder leisten möchten.

Zum Sommer plant das Museum eine Ausstellung mit Bildern, die derzeit im Archiv schlummern. Etliche dieser Arbeiten sind von Hans Schumacher auch im Buch »Bielefeld-Senne gemalt« veröffentlich worden.

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