Täter erbeuteten hochwertige Geräte – Schaden im hohen fünfstelligen Bereich
Einbruch im Klinikum Rosenhöhe

Bielefeld (WB/hz). Unbekannte sind am vergangenen Freitag ins städtische Klinikum Rosenhöhe in Bielefeld-Brackwede eingebrochen. Es wurden hochwertige Endoskope (Geräte unter anderem für Magen- und Darmspiegelungen) gestohlen. Der offenbar von Profitätern angerichtete Schaden liegt nach WESTFALEN-BLATT-Informationen im hohen fünfstelligen Bereich.

Mittwoch, 06.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 08:48 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Wie Polizeisprecherin Sarah Siedschlag berichtete, ereignete sich die Tat gegen 20 Uhr. Die Kriminellen brachen in der Fachabteilung des Klinikums mindestens eine Tür auf und durchsuchten mehrere Schränke. Die Einbrecher erbeuteten hochwertige Endoskope und ließen verwüstete Räumlichkeiten zurück. Geflüchtet sind die Täter vermutlich durch einen der Ausgänge des Klinikums, heißt es von der Polizei.

Medizinische Versorgung im Klinikum ist gesichert

Wie Klinikums-Sprecher Axel Dittmar auf Anfrage sagte, müssten sich Patienten wegen des Diebstahls keine Sorgen machen. »Es gibt Ersatzgeräte. Die medizinische Versorgung ist sicher gestellt.«

Der professionelle Diebstahl von Endoskopen trifft seit Jahren Kliniken und Arztpraxen quer durch Deutschland und beschäftigt ebenso Kripoermittler von Schleswig-Holstein bis Bayern. Die Taten und der Schaden haben inzwischen solche Ausmaße erreicht, dass das Bundeskriminalamt (BKA) auf seiner Homepage im Internet eine Warnmeldung veröffentlicht hat. In einer ersten Schadenbilanz, veröffentlicht im Oktober 2017, geht das BKA davon aus, dass die Kriminellen seit dem Jahr 2015 Beute für mindestens 25 Millionen Euro gemacht haben. Inzwischen dürfte die Summe wesentlich höher liegen.

Einbruch ins Klinikum Rosenhöhe ist kein Einzelfall

»Seit 2015 kommt es bundesweit zu einer Vielzahl von Diebstählen von hochwertigen medizinischen Geräten aus Krankenhäusern. Hierbei handelt es sich vorrangig um Geräte aus dem Bereich der Inneren Medizin, insbesondere Endoskope und Koloskope«, warnt das BKA. »Nach den bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Tätern um aus mehreren Personen bestehende Gruppierungen, die arbeitsteilig vorgehen und denen auch (teils schwangere) Frauen angehören«, heißt es weiter.

Die Ermittler vom BKA haben auch Erkenntnisse darüber, was mit der Beute passiert. Wörtlich heißt es in der Warnmeldung: »Basierend auf aktuellen Erkenntnissen wird darauf hingewiesen, dass in- und ausländische gestohlene Geräte mittlerweile wieder in Europa, auch in Deutschland, zum Kauf angeboten werden. Hierbei sind Anbieter unter anderem auch Firmen mit Sitz in Deutschland, die diese Geräte auf unterschiedlichsten Wegen über weitere Zwischenhändler im In- und Ausland erworben haben. Nicht immer lässt sich über die “attraktive” Preisgestaltung erkennen, dass das Gerät nicht legal zum Kauf stehen kann. Zur Absicherung wird empfohlen, vor einem Kauf anhand der Individualnummer des Gerätes dieses über den Hersteller prüfen zu lassen.«

Hinweise zum aktuellen Fall im Klinikum Rosenhöhe nimmt das Bielefelder Kriminalkommissariat 12 unter Telefon 0521/5450 entgegen.

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