Bauarbeiten legen Strecke zwischen Ruhrgebiet und Hannover lahm – mit Video
54 Stunden ruht der Verkehr

Bielefeld (WB). Zwischen dem 15. März (22 Uhr) und dem 18. März (4 Uhr) ist die Hauptbahntrasse zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover gesperrt. Am Bielefelder Hauptbahnhof sowie den Bahnhöfen Gütersloh und Herford halten an diesem Wochenende 54 Stunden lang keine Fernzüge.

Dienstag, 05.02.2019, 06:00 Uhr
Kein Zug: So verwaist wie auf diesem Archivbild werden im März auch Gleise durch Ostwestfalen sein. Foto: dpa

Grund sind die Arbeiten an drei Bahnbrücken im Bielefelder Stadtgebiet. Zugausfälle und Änderungen im Fernverkehr gibt es aber bereits ab 1. März.

An dem Wochenende 15. bis 18. März werden ICE und IC-Züge über Münster, Osnabrück und Löhne (ohne Halt) umgeleitet. Die Fahrzeit zwischen Hamm und Hannover verlängert sich um 45 Minuten.

Schon ab Anfang März betroffen ist die ICE-Linie 10, die fahrplanmäßig von Düsseldorf nach Berlin beziehungsweise von Köln nach Berlin (und umgekehrt) fährt und bei der in Hamm eine Zugteilung (Wupper/Ruhr) erfolgt. Diese Zugteilung findet nicht mehr statt, der ICE fährt damit, je nach Ziel, auch nur noch im Zwei-Stunden-Takt. Wer also von Bielefeld nach Düsseldorf will, kann das nur im Zwei-Stunden-Rhythmus.

Bahnhof wird einmal pro Stunde angefahren

Der Hauptbahnhof Bielefeld werde aber, so die Bahn, weiter einmal pro Stunde angefahren. Fahrgäste, die nach Berlin wollten, müssten sich jedoch auf weitere Verzögerungen von rund 30 Minuten einstellen, weil es eine weitere Großbaustelle zwischen Hannover und Berlin gebe.

Die neue ICE-Taktung für gelte vom 1. bis 4. März und vom 18. März bis zum 11. Oktober, dem voraussichtlichen Bauende; das Vollsperrungswochenende gilt natürlich auch für diese Verbindung. Ebenso wie für die IC-Linie 55 (Köln – Dresden). Am 2. und 3. März und vom 13. bis 15. März werden die Züge über Münster, Osnabrück und Löhne umgeleitet, ab 18. März bis zum (geplant) 11. Oktober hält der Zug weder in Gütersloh noch in Herford, in Ostwestfalen nur noch in Bielefeld und Minden. Das bedeutet allein für Gütersloh 20 IC-Halte pro Tag weniger.

Für das Vollsperrungswochenende empfiehlt Michael Brehm (DB Fernverkehr) Fahrgästen, die von Bielefeld nach Berlin wollen, bis Herford mit einem Bus des Zug­ersatzverkehrs bis Herford zu fahren und von dort aus mit dem Regionalzug (RE 70) nach Hannover. Wer ins Ruhrgebiet müsse, könne einen Ersatzbus nach Gütersloh nehmen und dort in eine Regionalbahn umsteigen.

Sennebahn ab 18. März wieder stündlich

Stefan Honerkamp, stellvertretendes Mitglied des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sagt »umfangreiche Ersatzverkehre« zu: »Jeder Fahrgast kommt an sein Ziel – wenn auch später als regulär.« Eine gute Nachricht hat Honerkamp: Ab 18. März fährt die Sennebahn (RB 74) wieder stündlich zwischen Bielefeld-Hauptbahnhof und Paderborn-Hauptbahnhof. Die schlechte Nachricht: Vom 5. April bis zum 13. Oktober fahren der »Lipperländer« (RB 73) und der »Leineweber« (RE 82) nur bis Ehlenbruch beziehungsweise Lage. Grund: Brückenbauarbeiten in Lage.

Die Bahn sagt zu, dass bis Mitte Februar die exakten Reisezeiten und alternativen Reisemöglichkeiten ab 1. März in den Auskunfts- und Buchungssystemen angepasst seien.

Bereits gebuchte Fernreisen können kostenlos umgebucht oder ausgezahlt werden, sofern die Verbindungen von Haltausfällen betroffen sind.

Gesamtkosten: 30 Millionen Euro

Die drei Bahnunterführungen in Bielefeld sind seit Mai 2018 gesperrt. Gebaut werden Ersatzbrücken. Die Gesamtkosten werden mit 30 Millionen Euro angegeben. Seit Baubeginn wird der Bahnverkehr über die Gleise der Personenzugstrecke abgewickelt, die beiden Gleise der Güterstrecke sind gesperrt. Ab Mitte März wird die Personenzugstrecke für sieben Monate gesperrt, die Züge werden dann über die Güterzuggleise geführt. Vom 15. bis 18. März werden Bauweichen eingebaut, Oberleitungen neu verlegt.

Das hatte die Deutsche Bahn AG bereits Ende Juli mitgeteilt. Eine Begründung lieferte sie jetzt nach: Es könne kein neuer Oberleitungsmast gesetzt werden, was die Arbeiten vereinfacht, die Vollsperrung verkürzt oder gar komplett vermieden hätte. Grund: Weil man im Bereich eines Stellwerks am Hauptbahnhof in sieben Metern Tiefe laut Luftbildaufnahmen der Alliierten möglicherweise einen Blindgänger vermutet, könnten keine Rammarbeiten vorgenommen werden.

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