Verknüpfung mit Fernbusangebot am Hauptbahnhof scheitert an Stadt Flixtrain hält bald in Bielefeld

Bielefeld (WB). Im Fernverkehr auf der Schiene gibt es in OWL künftig eine Alternative zur Deutschen Bahn: Flixtrain , die Zugsparte des als Fernbus-Marktführer bekannten Unternehmens Flixmobility, wird ab Frühjahr Bielefeld mit Köln und Berlin verbinden. Eine Verknüpfung mit dem Fernbusangebot soll es am Hauptbahnhof aber weiterhin nicht geben. Das scheitert an der Stadt Bielefeld.

Von Oliver Horst
Der Bielefelder Hauptbahnhof und sein Umfeld: Auf den Gleisen soll künftig Flixtrain einfahren. Die für den Schienenersatzverkehr provisorisch eingerichteten Bushaltestellen sollen indes wieder abgebaut statt anschließend für Fernbusse genutzt werden.
Der Bielefelder Hauptbahnhof und sein Umfeld: Auf den Gleisen soll künftig Flixtrain einfahren. Die für den Schienenersatzverkehr provisorisch eingerichteten Bushaltestellen sollen indes wieder abgebaut statt anschließend für Fernbusse genutzt werden. Foto: Bernhard Pierel

Seit dem Start auf der Schiene im März 2018 fährt Flixtrain inzwischen bundesweit 28 Haltepunkte in 22 Städten an. Nächstgelegene Stationen für Reisende aus OWL sind bislang Kassel, Osnabrück und Münster. Bielefeld soll nun als einer von mehreren weiteren Haltepunkten hinzukommen – auf der Strecke Köln-Berlin.

Damit sollen von Frühjahr an – ein genaues Datum nennt das Münchner Unternehmen noch nicht – neben den beiden Metropolen unter anderem auch Dortmund und Hannover von Bielefeld aus mit Flixtrain zu erreichen sein. Geplant seien voraussichtlich bis zu zwei Abfahrten pro Tag und Richtung, teilt Flixtrain mit.

Preise unter der Bahn

Das Unternehmen unterbietet die Preise der Bahn in der Regel. Auf der Strecke Kassel-Berlin etwa kostet eine einfache Fahrt mit Flixtrain zwischen 18,99 und 37,99 Euro. Bei der Bahn gibt es dagegen nur wenige Sparpreis-Angebote unter 20 Euro – und das meist in Randzeiten. Gerade tagsüber müssen Fahrgäste beim Staatskonzern oft mindestens 50 Euro für eine Fahrkarte zahlen.

Doch auf eine direkte Anbindung des Fern- und Regionalverkehrs auf der Schiene am Bielefelder Hauptbahnhof an Fernbus-Verbindungen werden die Fahrgäste wohl weiterhin verzichten müssen. Zum Missfallen von Flixmobility, der Deutschen Bahn und auch des Verkehrsverbunds OWL. Auch wenn die Lösung so einfach sein könnte: Denn derzeit gibt es am Hauptbahnhof für den wegen der laufenden Brückenbauarbeiten notwendigen Schienenersatzverkehr mehrere Bushaltepunkte. Diese sollen aber wieder abgebaut werden. Die Stadt Bielefeld lehnt Wünsche nach einer Fernbushaltestelle am Hauptbahnhof mit Verweis auf die politische Beschlusslage ab.

Fernbushalt soll umgebaut werden

Stattdessen soll der Fernbushalt am Bahnhof Brackwede für mehrere Hunderttausend Euro in den nächsten Jahren umgebaut werden. Dies gehe einher mit der im März beginnenden Sanierung und des Umbaus zur Barrierefreiheit des Bahnhofs Brackwede für 17 Millionen Euro durch die Deutsche Bahn. Ab Ende des Jahres soll der Rhein-Ruhr-Express auch in Brackwede halten.

Martin Nowosad, Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn, spricht dennoch von einer »nicht nachvollziehbaren Entscheidung. Die kundenfreundlichste Variante wäre ein Fernbushalt direkt am Hauptbahnhof.« Bei den Fahrgästen gebe es »wenig Verständnis für die aktuelle Situation und am Hauptbahnhof permanent die Frage nach der Fernbushaltestelle«.

»Bielefeld verschenkt Potential«

Flixbus-Geschäftsführer Fabian Stenger sagt, dass »Bielefeld durch die aktuelle Haltestellensituation sehr viel Potential verschenkt«. Auf die fehlende direkte Verzahnung von Fernbus und Hauptbahnhof führt er auch rückläufige Nutzerzahlen bei den Flixbussen in Bielefeld zurück. Gegenüber 2016 biete Flixbus mit nun 70 Zielen ein Viertel mehr – die Zahl der Fahrgäste habe 2018 aber um rund fünf Prozent unter dem Wert von 160.000 des Jahres 2016 gelegen. »Ein Rückgang entgegen dem deutschlandweiten Trend«, sagt Stenger. Und er fügt an: »Das Groteske ist, dass große wirtschaftliche Anstrengungen unternommen werden sollen, um eine an sich durch und durch unbefriedigende Situation zum Nachteil der Fahrgäste zu erhalten.«

Flixbus hat in OWL weitere Haltepunkte in Paderborn, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Bad Oeynhausen und Bad Salzuflen.

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