Gaststätten-Gewerkschaft NGG gegen geforderte Flexibilisierung
NGG: »Nicht mehr als zehn Stunden«

Bielefeld (WB). Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt den Vorstoß der Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) für eine Flexibilisierung des geltenden Arbeitsschutzgesetzes ab. Die Begrenzung auf maximal zehn Stunden sei hoch genug gesetzt, erklärte Thorsten Kleile, Gewerkschaftssekretär der NGG in Bielefeld, am Donnerstag in einer schriftlichen Stellungnahme. Sie sei »richtig, wichtig und mehr als vernünftig«.

Freitag, 01.02.2019, 10:27 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 10:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Kleile erklärte laut Pressemitteilung, dass die Beschäftigten im Gastgewerbe heute schon oftmals »mehr als das gesetzliche Maß und weit über der Grenze des Zulässigen« arbeiteten. Sie täten dies, weil sie sich ihrem Arbeit­geber und den Gästen gleichermaßen verpflichtet fühlten.

Armin Wiese, NGG-Sprecher im Bezirk Detmold-Paderborn, geht mit seinem Vorwurf an die Adresse der Arbeitgeber sogar noch weiter: »Mit einem Zwölf-Stunden-Tag würde ein illegaler Zustand teilweise legalisiert. Das kann nicht der richtige Weg sein.« Dass der Wirt und Arbeitgeber seinerseits länger arbeite, sei unbenommen: »Für ihn gilt das Arbeitszeitgesetz ja nicht, und letztlich ist es sein Betrieb.«

Im Ergebnis, so die NGG, müsse auch das Personal für eine flexiblere und an manchen Tagen längere Arbeitszeit irgendwo herkommen. Es lasse sich aber nur gewinnen, wenn die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen verbessert würden. Auch sei der Lohn zu niedrig und werde aktuell der harten Arbeit nicht gerecht.

Die Arbeitgeberseite begründete ihre Forderung nach einer flexibleren Arbeitszeitregelung mit den speziellen Anforderungen in der Gastronomie. Gerade geschlossene Veranstaltungen wie Hochzeiten dauerten hin und wieder länger als geplant. Um die Gäste dann noch bedienen zu können, müssten Beschäftigte an einzelnen Tagen länger arbeiten können als die derzeit gesetzlich höchstens zulässigen zehn Stunden. Dafür müsste das Arbeitszeitgesetz geändert werden.

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