GEW plant Warnstreik – angestellte Lehrer hoffen auf Anpassung der Tarife
Gleiche Arbeit, ungleiches Gehalt

Bielefeld (WB). Antje Pawolka ist gern Lehrerin. Sie liebt ihren Beruf. Allerdings: Sie würde gern genauso viel verdienen wie ihre verbeamteten Kollegen. Schließlich macht sie dieselbe Arbeit.

Freitag, 01.02.2019, 13:00 Uhr
Antje Pawolka arbeitet seit 16 Jahren an der Grundschule Milse und verdient pro Monat rund 500 Euro weniger als ihre verbeamteten Kollegen. Bernd Bretthauer-Aue (GEW) weiß, dass es in Bielefeld rund 1000 Lehrkräften ebenso geht. Foto: Oliver Schwabe

Antje Pawolka ist nicht allein. Von rund 1000 Betroffenen in allen Schulformen spricht Bernd Bretthauer-Aue, Vorsitzender des Stadtverbandes Bielefeld der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft). Er ist selbst Lehrer für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften. Die Tarifverhandlungen liefen, es gebe von Arbeitgeberseite aber kein Angebot. Deshalb will die GEW voraussichtlich Mitte Februar zum Warnstreik aufrufen. Zu den Forderungen gehört die Verbesserung bei der Eingruppierung angestellter Lehrkräfte.

Zunächst mit unterschiedlichen Verträgen als Vertretungslehrerin

Solchen wie Antje Pawolka. Die Mutter von zwei Kindern arbeitet im 16. Jahr an der Grundschule Milse, gehörte nach Abschluss ihres Studiums zum ersten Jahrgang, der vom Land nicht eingestellt wurde – kein Bedarf. Damals. Sie habe zunächst mit unterschiedlichen Verträgen als Vertretungslehrerin oder als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, bevor sie an der Grundschule Milse eingestellt wurde. Antje Pawolka: »Den Zeitpunkt, verbeamtet zu werden, habe ich immer verpasst.«

Finanziell bedeutet das für sie im Vergleich mit ihren Kollegen, die nach Besoldungsgruppen bezahlt werden, rund 500 Euro pro Monat weniger auf dem Konto. Dazu komme eine geringere Rente. Antje Pawolka: »48 Prozent statt 70 Prozent wie meine Kollegen.«

»Die Eltern werden per Brief im Vorfeld über den Warnstreik informiert.«

In einer Zeit, in der Lehrkräfte dringend gesucht würden, so Bernd Bretthauer-Aue, müsse der Beruf attraktiv sein – auch finanziell. Die finanzielle Schieflage zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern erledige sich nicht von selbst, betont Bernd Bretthauer-Aue: »Zur Zeit werden viele Seiteneinsteiger angestellt, auch sie verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen.« Obwohl der Arbeitsalltag identisch sei, meist auch die Qualifikation.

Er und Antje Pawolka gehen davon aus, dass der Warnstreik spürbar sein wird. Vertretungen werde es nicht geben, denn die verbeamteten Kollegen dürften dazu nicht aufgefordert werden, maximal Aufsicht führen.

Beide versprechen: »Die Eltern werden per Brief im Vorfeld über den Warnstreik informiert, damit es keine Probleme gibt.«

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