Rarität aus dem Medienarchiv Bielefeld komplettiert Dokumentation
Filmschatz jetzt auf Köln-DVD

Brackwede (WB). »Filmreise in das alte Köln (2)« heißt eine neue DVD, die jetzt über die Medienproduktionsfirma Kölnprogramm vertrieben wird. Der Datenträger vereint seltene Filmaufnahmen aus der noch unzerstörten Domstadt der Vorkriegszeit. Maßgeblichen Anteil an der Vervollständigung der Dokumentation hat das Medienarchiv Bielefeld , eine Stiftung mit Sitz in Bielefeld-Brackwede.

Sonntag, 06.01.2019, 16:00 Uhr
Datenträger gestern und heute: Der Brackweder Medienarchivar Frank Becker (58) zeigt einen Teil der alten Zelluloid-Filmrollen (rechts) aus der Schenkung von 2016, deren Inhalt in Auszügen auf der neuen Köln-DVD (links) zu sehen ist. Foto: Markus Poch

Es geht um historisch bedeutende Bilder aus den 1920er Jahren, als Kameraleute noch echte Pioniere im Festhalten von Alltagsszenen waren. Damals trugen die Menschen, wenn sie ausgingen, Anzüge oder Kostüme und natürlich Hüte. Das Straßenbild war geprägt von Fußgängern und Pferdefuhrwerken. Die ersten Autos und Straßenbahnen wirkten noch wie Fremdkörper auf dem Kopfsteinpflaster.

Der Kölner Kameramann Edmund Epkens gehörte zu eben jenen Pionieren, die dabei halfen, das bewegte Bild salonfähig zu machen. Seine wertvollen Zelluloid-Streifen im 35-Millimeter-Kinoformat sind überwiegend erhalten, galten zu Teilen aber als verschollen. Und hier kommt das Medienarchiv Bielefeld, Deutschlands größte private Filmsammlung, ins Spiel: Wenn das WESTFALEN-BLATT im Herbst 2016 nicht zum wiederholten Male darüber berichtet hätte, dass ganze Filmnachlässe unter der Regie des heute 58-jährigen Medienarchivars Frank Becker gerettet und für die Nachwelt aufbereitet werden, dann wären knapp drei Dutzend wertvoller Filmrollen des Kölners Edmund Epkens wahrscheinlich im Müll gelandet.

»Material der Öffentlichkeit zugänglich machen«

So aber erfuhr WESTFALEN-BLATT-Leser Ralf Johanning aus Sieker von der Existenz des Archivs. Er lud Frank Becker dazu ein, sich die abgenutzte Grenadierskiste mit dem seit Jahrzehnten ungesichteten Filmmaterial eines entfernten Verwandten, das er nicht einschätzen konnte, kostenlos abzuholen. Wie seinerzeit berichtet, wertete Becker diese trotz ihres Alters sehr gut erhaltene Schenkung als »Schatz von unschätzbar hohem Wert« – vor allem für die Stadt Köln.

Über das Kölner Stadtarchiv kam Becker schließlich mit dem Filmemacher und Unternehmer Hermann Rheindorf in Kontakt. Der 53-jährige Kölner, der in den vergangenen Jahrzehnten schon 20 abendfüllende Dokumentationen über »seine« Stadt gemacht hat, jubilierte, als er das Material bei Frank Becker sichten durfte. Da waren entscheidende Sequenzen, zum Beispiel von den zweiten deutschen Kampfspielen 1926, von der Kirmes Lunapark oder vom Stadtviertel Waidmarkt, die ihm als »Bausteine im historischen Mosaik« der Domstadt noch fehlten. Die beiden kamen ins Geschäft, und nun ist Rheindorfs zweite »Filmreise in das alte Köln« fertig und auf DVD erhältlich.

»Das hat er gut gemacht. Da gibt es nichts zu meckern«, sagt Becker über das Produkt des Kölners. »Mir liegt immer viel daran, dass unser Material der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und nicht nur im Regal liegt.«

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