In der Nacht zu Samstag erneut schwerer Zwischenfall nahe dem Treppenplatz Drei CDU-Politiker werden Zeugen

Bielefeld  (WB). In der Nähe des Brackweder Treppenplatzes ist es in der Nacht zu Samstag erneut zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Eine Gruppe junger Männer prügelte und trat in der Straße Grieses Hof auf einen am Boden liegenden Mann ein. Zwei mutmaßliche Täter wurden von der Polizei gefasst.

Von Michael Schläger
Vincenzo Copertino (Zweiter von rechts) und Carsten Krumhöfner (Dritter von rechts) während eines Ortstermins auf dem Treppenplatz im vergangenen jahr.
Vincenzo Copertino (Zweiter von rechts) und Carsten Krumhöfner (Dritter von rechts) während eines Ortstermins auf dem Treppenplatz im vergangenen jahr. Foto: Markus Poch/Archiv

Zufällige Augenzeugen des Vorfalls wurden die Brackweder CDU-Politiker Carsten Krumhöfner, Vincenzo Copertino und Detlef Helling. Alle drei hatten in der Vergangenheit immer wieder schärfere Kontrollen rund um den Treppenplatz gefordert .

Ordnungsdezernentin Anja Ritschel hatte, zuletzt in der Ratssitzung am 8. November, betont, die Lage rund um den Treppenplatz zeige »ein insgesamt relativ ruhiges Bild«. Zu diesem Zeitpunkt war aber bereits der Angriff auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter auf dem nahen Kirchplatz bekannt geworden.

»Selbst erlebt, wie es dort zugeht«

»Bisher haben wir viele Klagen von Anwohnern gehört, jetzt haben wir selbst erlebt, wie es dort zugeht«, sagte Carsten Krumhöfner, Ratsmitglied und Mitglied der Bezirksvertretung Brackwede, am Samstag. Zusammen mit seinen Parteifreunden war er nach einer gemeinsam besuchten Veranstaltung gegen 0.15 Uhr in einem Taxi an Grieses Hof eingetroffen.

Dort wurden sie Zeuge, wie ein junger Mann in weißer Jacke auf das am Boden liegende Opfer eintrat. Mit dabei waren vier bis sechs andere junge Männer. Die Gruppe ergriff die Flucht. Vincenzo Copertino kümmerte sich um das Opfer, Krumhöfner verständigte die Rettungskräfte, nahm dann mit Helling die Verfolgung auf. Anwohner hatten den Vorfall beobachtet, trauten sich aber erst vor die Tür, als die Täter geflohen waren.

Männer halten nach Opfer Ausschau

Krumhöfner berichtete von zwei Frauen, die mitbekommen haben wollen, dass die Gruppe junger Männer an der Treppenstraße gezielt nach einem Opfer Ausschau gehalten hätten. Kurz nach dem Vorfall trafen auch drei Streifenwagen der Polizei am Tatort ein. Die Einsatzkräfte begaben sich sofort auf die Suche nach den Flüchtigen.

Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass es einen Vorfall in der Nähe des Treppenplatzes gegeben habe, erklärte, zwei mutmaßliche Täter seien zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit auf die Wache genommen, anschließend aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich die Polizei noch nicht äußern.

Für Krumhöfner, Helling und Copertino ist der Zwischenfall ein Beleg dafür, dass rund um dem Treppenplatz auch nach 23 Uhr Ordnungskräfte im Einsatz sein müssten. Viele Menschen trauten sich dort spätabends nicht mehr allein vor die Tür, weil es immer wieder zu Vorfällen komme.

»Schönreden geht jetzt nicht mehr«

Der gemeinsame Antrag von CDU, BfB und FDP zu einer Neuorganisation des städtischen Ordnungsdienstes war in der jüngsten Ratssitzung in den Hauptausschuss überwiesen worden. Dort wollen die Politiker jetzt noch einmal Druck machen. »Schönreden geht jetzt nicht mehr«, sagte Carsten Krumhöfner.

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