200 Gäste nehmen am Festakt zum 50-jährigen Bestehen des ZiF teil Forschen in völliger Freiheit

Bielefeld (WB). Wenn wir über Botschafter reden, die dazu beitragen, dass Bielefeld weltweit ein Begriff ist, dann kommt man am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) nicht vorbei. Was Dr. Oetker für die Lebensmittelindustrie und Bethel für die Diakonie ist, ist das ZiF für die Forschung.

Von Uta Jostwerner
Universitätsrektor Gerhard Sagerer (von links), ZiF-Direktorin Véronique Zanetti, Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrats, und Harald Weinrich, einer der ersten Direktoren, gratulieren dem ZiF zum 50-jährigen Bestehen.
Universitätsrektor Gerhard Sagerer (von links), ZiF-Direktorin Véronique Zanetti, Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrats, und Harald Weinrich, einer der ersten Direktoren, gratulieren dem ZiF zum 50-jährigen Bestehen. Foto: Bernhard Pierel

»Das ZiF als Institution von weltweitem Erfolg hat dazu beigetragen, dass Bielefeld auf der wissenschaftlichen Landkarte verzeichnet ist«, betonte dann auch Universitätsrektor Gerhard Sagerer am Freitag in seinem Grußwort anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen

. Mehr als 200 geladene Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur wohnten dem Festakt im Plenarsaal und dem anschließenden Kolloquium zum Thema »Zukunftswissen« bei.

Nicht von ungefähr. Denn Wissenschaft richtet ihren Blick in die Zukunft. Je komplexer sich die Welt von morgen darstellt, um so wichtiger ist die disziplinenüber­greifende Zusammenarbeit. Um diesem Zusammenwirken einen Raum abseits des universitären Alltags zu geben, erdachte der Soziologe Helmut Schelsky, Gründungsvater der Universität Bielefeld, das ZiF.

»Gesellschaft und Politik tun gut daran, in diesen Freiraum zu investieren«

Inspiriert von ähnlichen Instituten in Princeton und Stanford (USA), entstand ein bis heute einzigartiges Forschungszentrum, das seinen Betrieb vor 50 Jahren zunächst im Schloss Rheda aufnahm, ehe es die modernen, in den Teutoburger Wald eingebetteten Räume am Wellenberg (heute Methode) bezog. Das Besondere: Das ZiF fördert und beherbergt keine Einzelpersonen, sondern Forschungsgruppen, die an selbst gewählten innovativen Themen arbeiten.

»Dabei wurden immer wieder bedeutende Ergebnisse erzielt, die später mit Nobelpreisen und anderen hohen Auszeichnungen bedacht wurden«, erinnerte Véronique Zanetti. Doch die geschäftsführende Direktorin des ZiF betonte auch, dass wissenschaftliches Arbeiten »Luft zum Atmen und Freiheit« brauche. »Gesellschaft und Politik tun gut daran, in diesen Freiraum zu investieren«, sagte Zanetti und dankte allen Unterstützern des ZiF.

Auch das Geburtstagsgeschenk, das Annette Storsberg, Staatssekretärin für Kultur und Wissenschaft NRW, zusammen mit den Grüßen von Ministerpräsident Armin Laschet überbrachte, hilft dem ZiF weiter: Storsberg versprach, dass das Land die Wohnungen des ZiF unterstützen werde.

Mehr als 70 Forschungsgruppen

Seit seiner Gründung haben im ZiF mehr als 70 Forschungsgruppen gearbeitet, deren Mitglieder in den ZiF-eigenen Wohnungen leben. Auch Kunst und öffentliche Vorträge stehen regelmäßig auf dem Programm. Seit 2011 vergibt das ZiF ein dreimonatiges Künstlerstipendium. Pro Jahr kommen 1000 Forscherinnen und Forscher ans ZiF, ein Großteil davon aus dem Ausland.

Zu den Gratulanten gehörten am Freitag ehemalige Forscher ebenso wie Harald Weinrich, einer der ersten ZiF-Direktoren, sowie Martina Brockmeier, die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, und Guilherme Ary Plonski, Vorsitzender des Netzwerks Universitätsbasierter Institutes for Advanced Study (UBIAS).

Musikalisch anspruchsvoll umrahmt wurden die Feierlichkeiten von dem Marimbist Fumito Nunoya und der Pianistin Atsuko Oba – beide sind Dozenten an der Hochschule für Musik Detmold – mit Werken von Johann Sebastian Bach, Astor Piazolla, Igor Florov und anderen Komponisten.

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