Neue Verbindung ab 2020 – IC-Halte in OWL bleiben bestehen
ICE-Sprinter halten in Bielefeld

Bielefeld (WB). Der Protest aus OWL hat offenbar Wirkung gezeigt: Der neue ICE-Sprinter von Köln nach Berlin soll nun doch in Bielefeld halten. Auch die IC-Halte in Bünde, Bad Oeynhausen und Minden, die ausgedünnt werden sollten, sollen bestehen bleiben.

Dienstag, 13.11.2018, 04:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Das ist das Ergebnis der Verhandlung von NRW-Verkehrs­minister Hendrik Wüst (CDU) mit der Bahn, teilten die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten An­dré Kuper (Rietberg) und Matthias Goeken (Bad Driburg) mit.

Die neue Sprinter-Verbindung, die mit ICE-Zügen der vierten Generation ausgestattet wird, die mehr Komfort und Sitzplätze bieten, soll zusätzlich ab Dezember 2020 im Zwei-Stunden-Takt verkehren. Die Bahn will die Fahrzeit zwischen Köln und Berlin damit auf gut vier Stunden senken. Derzeit brauchen die ICE-Züge vier Stunden und 18 Minuten vom Rhein zur Spree. Die OWL-Landtagsabgeordneten begrüßen die Entscheidung, die nach intensiven Gesprächen zwischen Bahn und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zustande gekommen war, ebenso wie die heimischen CDU- und SPD-Bundestagsabgeordneten, die sich bei einem Treffen mit den Bürgermeistern und Landräten der betroffenen Kommunen und Vertretern der Bahn ausgetauscht hatten.

Darf zu keinen Einschränkungen im Nahverkehr kommen

Das Treffen war auf Einladung des SPD-Bundestagsfraktionsvize Achim Post (Espelkamp) zustande gekommen. »Der Bahnhof Bielefeld ist für die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe von außer­ordentlicher Bedeutung und darf nicht von der wichtigen Verbindung nach Berlin und ins Rheinland abgeschnitten werden. Gleichermaßen ist es uns wichtig, dass es zu keinen Einschränkungen im Nahverkehr durch die Ausweitung des Fernverkehrs kommt«, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der auch Mitglied im Verkehrsausschuss und der NWL-Verbandsversammlung ist. Auch die FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler und Christian Sauter hatten sich für den Halt in Bielefeld stark gemacht.

Halte in Hamm und Wuppertal sollen entfallen

Dem Vernehmen nach soll beim ICE-Sprinter außer Bielefeld auch noch der Bahnhof in Hagen bedient werden. Die Halte in Hamm und Wuppertal sollen hingegen entfallen. Bislang fahren die ICE zwischen Rhein und Spree im Stundentakt. In Hamm werden sie in Richtung Süden getrennt, ein Zugteil fährt über Hagen, der andere über Dortmund und Düsseldorf. Diese sogenannte Flügelung soll auf der Sprinterlinie entfallen.

Die stündliche ICE-Verbindung soll wohl erhalten bleiben, alle zwei Stunden zusätzlich ein Sprinter fahren. Im Zuge eines neuen Fernverkehrskonzeptes plant die Bahn mindestens sechs Sprinter-Verbindungen täglich zwischen Köln und Berlin. Details wie die Auswirkungen auf den Nahverkehr sollen am 5. Dezember im Verkehrsausschuss besprochen werden. Dort nehmen auch Vertreter des NWL und der Bahn teil.

Ausbau der Strecke Bielefeld - Hannover geplant

Bis 2030 soll mit dem Deutschland-Takt ein grundlegend neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen aufgebaut werden. Das Bahnfahren soll pünktlicher und schneller, die Anschlüsse sollen verlässlicher werden. Die Fahrzeit von Bielefeld nach Hannover soll auf 31 Minuten verkürzt werden. Aktuell dauert sie gut 50 Minuten. Berlin sollen die Fahrgäste dann von Bielefeld aus in zwei Stunden erreichen. Das wäre eine Zeitersparnis von gut einer halben Stunde.

In diesem Zusammenhang ist auch ein Ausbau der Strecke Bielefeld - Hannover geplant. In der Diskussion ist auch eine Neubaustrecke, unter anderem eine Tunnellösung durch den Jakobsberg in Porta Westfalica. Die Pläne stoßen aber auf erheblichen Widerstand, da es sich kulturhistorisch und geologisch um einen einzigartigen Landschaftsraum handele wie Bürgermeister Bernd Hedtmann (SPD) unterstreicht. Dort befindet sich auch eine KZ-Gedenkstätte.

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