Musik auf eine andere Art: Joja Wendt reißt mehr als 1000 Fans in der Stadthalle Bielefeld mit. Sein Repertoire: Pop, Rock und Jazz.
Ein Meister am Klavier

Bielefeld (WB). Klavierkonzerte gelten allgemein als hochkulturelle Veranstaltung für Musikkenner. Nichts für »normale« Menschen. Ohne die Partituren von Beethoven, Bach und Mozart zu kennen, kann man so ein Konzert gar nicht genießen – so zumindest das Klischee. Bei Joja Wendt ist das etwas anders. Der Star-Pianist aus Hamburg kennt alle klassischen Werke – spielt sie aber nicht. Oder kaum. Bei der neuen Tour »Stars on 88« dürfen die Komponisten der vergangenen Jahrhunderte einmal weitestgehend in den Notenbüchern bleiben, denn Joja Wendt fährt Pop, Rock und Jazz auf.

Montag, 29.10.2018, 23:00 Uhr
Bei seiner Tour »Stars on 88« fährt Joja Wendt Pop, Rock und Jazz auf. Mehr als 1000 Fans waren in Bielefeld mit dabei. Foto: Christian Barz

Schon gleich zu Beginn wird die mit mehr als 1000 Konzertgästen besetzte Stadthalle mitgenommen auf eine Reise in die Unterwelt – Michael Jacksons »Thriller« sorgt für Gänsehaut, nicht zuletzt wegen der Knochenhandschuhe und einer gruseligen Begrüßung des Künstlers. Weiter ging es mit Leonard Cohens Meisterwerk »Hallelujah«, das Wendt kurzerhand in »Hallo Joja« umbenannte.

AC/DC fürs Klavier

Auch die Lachmuskeln kamen beim Multitalent Wendt nicht zu kurz. »Stars on 88«, benannt nach einer Mischung aus den 88 Klaviertasten und dem Plattenformat »Stars on 45« aus der Zeit der Schallplatten, wartete mit Pop- Rock- und Jazzsongs aus den vergangenen Jahrzehnten auf. Ob es Ed Sheerans »Shape of You« in einer eigens angefertigten Klavierversion war, die zugegebenermaßen recht verfremdet, aber auch ihre Weise doch sehr melodisch klang, oder »Purple Rain« von Prince und »Feel« von Robbie Williams.

Selbst vor AC/DC schreckte Wendt nicht zurück und verwandelte die Hardrock-Band in etwas fast schon kirchlich-düster anmutendes. Auch klassische Jazz-Stücke wie »Stompin at the Savoy« in der Version von Art Tatum durften nicht fehlen, ebenso wenig wie ab und an ein Ausflug in die Welt von Mozart und Co., was Wendt unter anderem mit Schuberts »Impromptu« meisterte.

Zwischendrin immer wieder ein paar Anekdoten, die die Existenz von Mozartkugeln erklärten oder das Vorlesen einer ehemaligen Schulaufgabe.

Doch auch das Publikum kam nicht zu kurz. Gast Hartmut durfte bei »Da da da« den Synthesizer spielen und das Publikum war der Chor. Die Zuschauer waren von Joja Wendt begeistert und man merkte, es waren viele Wiederholungstäter im Saal. Ein voller Erfolg für Wendt und die Organisatoren.

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