Pilotprojekt des Ordnungsamtes soll ausgeweitet werden Präsenz zeigen in »kritischen Bereichen«

Bielefeld (WB). Einem im Februar gefassten Ratsbeschluss folgend, hat das Ordnungsamt seine Präsenz an öffentlichen Plätzen ausgeweitet. Das Pilotprojekt startete im Juni am Treppenplatz in Brackwede . Das Konzept soll nun sukzessive in allen Bielefelder Stadtbezirken zur Anwendung kommen.

Von Uta Jostwerner
Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben seit Monaten die Situation am Treppenplatz im Blick. Künftig werden sie auch in anderen Stadtbezirken patrouillieren und speziell auch auf den Jugendschutz achten.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben seit Monaten die Situation am Treppenplatz im Blick. Künftig werden sie auch in anderen Stadtbezirken patrouillieren und speziell auch auf den Jugendschutz achten. Foto: Mike-Dennis Müller

Anwohner des Treppenplatzes hatten sich immer wieder bei Polizei und Ordnungsamt über nächtlichen Lärm, Alkohol trinkende Gruppen und herumliegenden Müll beschwert. Umweltdezernentin Anja Ritschel und Ordnungsamtsleiter Friedhelm Feldmann betonen zwar beide, »dass es sich beim Treppenplatz nicht um einen Hotspot handelt«, nehmen die Beschwerden aber dennoch ernst.

Seit Juni suchten drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes immer wieder den Treppenplatz auf. Im Juli wurde das Team auf fünf Personen aufgestockt. Seither arbeiten sie in zwei Schichten von morgens bis 23 Uhr und besuchen den Treppenplatz punktuell zu unterschiedlichen Zeiten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Klientel im Auge zu behalten und Verstöße gehen die »Ordnungsbehördliche Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung« im Gebiet der Stadt Bielefeld (OBVO) zu ahnden.

»Acht Mal wurden mündliche Verwarnungen ausgesprochen, in elf Fällen ein Bußgeld verhängt«, fasst Anja Ritschel die Ergebnisse zusammen. Geahndet wurde etwa das Urinieren in der Öffentlichkeit oder das Wegwerfen von Zigarettenkippen. »Insgesamt ist die Situation am Treppenplatz nicht so spektakulär wie gedacht«, sagt Friedhelm Feldmann.

Rauchende Jugendliche gezielt angesprochen

Geachtet wurde speziell auch auf den Jugendschutz. So wurden rauchende Jugendliche gezielt angesprochen. »Eine Jugendliche haben wir nach Hause begleitet und ein Gespräch mit den Eltern geführt«, berichtet Thomas Bendlin, einer der Ordnungsamtsmitarbeiter vor Ort. Insgesamt seien die Reaktionen sehr positiv verlaufen. »Die Leute, die wir angesprochen haben, haben freundlich reagiert und sich kooperativ gezeigt. Einige haben um mehr Mülleimer gebeten. Es herrscht eine Atmosphäre des Gebens und Nehmens. Schließlich möchten die Leute ihren Platz nicht verlieren«, berichtet Ordnungsamtsmitarbeiter Mohammed Aref.

»Grundsätzlich ist es natürlich erlaubt, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten und dort auch Alkohol zu trinken. Ursprünglich ist der Treppenplatz ja auch zum Aufenthalt im Freien konzipiert worden. Nur muss man sich an die Regeln halten«, betont Anja Ritschel.

Wie Friedhelm Feldmann mitteilt, werde man jetzt weiter gezielt kritische Bereiche aufsuchen und Präsenz zeigen – auch, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Anvisiert werde als nächstes der Reichowplatz in Sennestadt. Auch dabei handele es sich nicht um einen Brennpunkt, betont Feldmann. Je nach Bedarf und Beschwerden aus der Bevölkerung werde das Konzept dauerhaft umgesetzt. »Wir strahlen somit auch ein Sicherheitsgefühl aus«, ist Friedhelm Feldmann überzeugt.

Die Ordnungsamtsmitarbeiter in Uniform patrouillieren tagsüber zu zweit, abends zu dritt. »Wir beherrschen Selbstverteidigung und haben alle Deeskalationskurse besucht«, erläutert Mohammed Aref. Nach jedem Einsatz finde zudem ein Briefing statt, um eventuelle Fehler im Vorgehen zu erkennen und künftig zu vermeiden, erklärt Thomas Bendlin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6099448?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F