Babenhauser Straße: Autofahrer kritisieren schlechte Sichtbarkeit – Amt widerspricht
Beschwerden über Tempo-30-Schild

Bielefeld (WB). Mehrfach war die Sicherheit für Fußgänger an der Babenhauser Straße vor der Senioreneinrichtung des neuen Karl-Pawlowski-Hauses in der Bezirksvertretung Schildesche diskutiert worden. Vor Wochen ist deshalb dort eine 200 Meter lange Tempo-30-Zone eingerichtet worden.

Donnerstag, 30.08.2018, 15:00 Uhr
Sechs Meter hinter dem Ortseingangsschild steht das Tempo-30-Schild. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll Fußgänger beim Überqueren der Babenhauser Straße schützen. Foto: Uffmann

Nun gibt es Beschwerden von Autofahrern, dass das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung in Richtung Jöllenbecker zu spät zu sehen sei. Dem widerspricht das Verkehrsamt. »Das Tempo-30-Schild ist so unglücklich angebracht, dass es durch das große Ortseingangsschild, das kurz davor steht, verdeckt wird«, sagt Erich Ahle. So sei er am Sonntag dort mit knapp 50 Kilometern pro Stunde vorbeigefahren und prompt von dem mobilen Blitzer, der derzeit an der Stelle steht, geblitzt worden, da er das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht gesehen habe. »Und ich bin überzeugt, dass ich nicht der einzige Autofahrer bin, dem es in den letzten Tagen so gegangen ist«, sagt Ahle.

Auf Nachfrage hat sich Katja Pauly vom städtischen Amt für Verkehr, die die 30er-Zone angeordnet hatte, gestern noch einmal die Situation vor Ort angeschaut. Für das Aufstellen von Schildern gelte der Sichtbarkeitsgrundsatz, erklärte sie. »Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher Autofahrer ein Schild so rechtzeitig erkennen können muss, dass er darauf reagieren kann.« Ein Leitfaden für die Straßenbaulastträger, in welchen Abständen Schilder zueinander aufgestellt werden, seien außerdem die HAV – die »Hinweise für das Anbringen von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen«. Darin sei festgehalten, dass zwischen dem Ortsschild und dem Tempo-Schild grundsätzlich ein Abstand von 20 Metern eingehalten werden soll. »Dies ist jedoch eine Soll-Regelung«, betont Pauly.

»Etwas verdeckt ist es nur vom Gehweg aus«

An der Babenhauser Straße steht das 30er-Schild nach ihren Worten tatsächlich nur sechs Meter hinter dem Ortseingangsschild. Ein größerer Abstand sei dort nicht möglich, da sonst die Entfernung zum Haupteingang des Karl-Pawlowski-Hauses, dessen Bewohner durch die Geschwindigkeitsbegrenzung beim Überqueren der Straße geschützt werden sollen, zu gering sei. Und das Ortseingangsschild könne auch nicht ohne weiteres versetzt werden, so Katja Pauly. »Es markiert auch die Grenze der Straßenbaulast zwischen der Stadt und dem Land. Außerdem würden sich dann die Grenzen zwischen den Stadtbezirken Schildesche und Dornberg verschieben.«

Entscheidend sei jedoch der Sichtbarkeitsgrundsatz. Und bei ihrem Ortstermin am Mittwoch habe sie festgestellt, dass das Tempo-30-Schild trotz des geringen Abstands zum Ortsschild von der Fahrbahn aus einwandfrei und rechtzeitig zu erkennen sei. »Etwas verdeckt ist es nur vom Gehweg aus«, so Katja Pauly. Darüber hinaus gelte schon eine ganze Strecke vor dem Ortsschild Tempo 50, so dass Autofahrer nicht abrupt von 70 oder 100 herunterbremsen müssten. Deshalb gebe es keinen Grund, an der jetzigen Regelung und Positionierung der Schilder etwas zu ändern.

Dennoch werde die Stadt bei der Ausschilderung der Tempo-30-Zone nachbessern. Denn beim Abbiegen aus der Splittenbrede auf die Babenhauser Straße sei aktuell nicht zu erkennen, dass dort Tempo 30 gelte. Katja Pauly: »Deshalb werden bald im Bereich der Einmündung der Splittenbrede zusätzliche Schilder aufgestellt.«

Kommentare

Rasime  wrote: 30.08.2018 21:24
R. Lütgemeier
Es war immer eine 50er Zone und die Anwohner dort is bis zu dem Zeitpunkt nichts passiert!
Dann auf einmal meinte die Stadt, "Hey, lass uns mal ein 30er Schild aufstellen....!
Dass hättet Ihr euch doch schon mal früher mal überlegen sollen!
Denn das Seniorenhaus steht ja nicht seit gestern erst dort!
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