Absperrpfosten sind abgebaut – Ergebnisse sollen im November vorliegen
Jahnplatz: Verkehrsversuch geht los

Bielefeld (WB). Die letzten Sperrbaken sind verschwunden: Auf dem Jahnplatz hat am Freitagmorgen auch offiziell der Verkehrsversuch begonnen. Die überwiegende Zahl der Autofahrer hielt sich schon am Mittwoch und Donnerstag an die neue Spur-Einteilung.

Freitag, 03.08.2018, 09:50 Uhr aktualisiert: 03.08.2018, 10:14 Uhr
Die Absperrbaken und -pfosten auf dem Jahnplatz sind weg. Foto: Stefan Biestmann

Mit Beginn des sechsmonatigen Versuchs gibt es pro Richtung nur jeweils eine Fahrspur für Autos, die jeweils zweite Spur ist Bussen und Fahrradfahrern vorbehalten (»Umweltspur«). Zudem werden an der Ein-/Ausfahrt Niederwall Poller gesetzt, die den Niederwall vom Jahnplatz abtrennen und zur Sackgasse machen.

Man gehe davon aus, dass 30 Prozent der 20.000 Kfz, die tagtäglich auf dem Jahnplatz unterwegs seien, Durchgangsverkehr seien. Weniger Verkehr bedeute dann auch eine Reduzierung der Stickoxid-Belastung, damit der Grenzwert eingehalten werde, mögliche Fahrverbote vermieden würden. Die jeweils äußere Fahrspur pro Richtung sei als Umweltspur markiert worden und Rad- und Busverkehr vorbehalten.

Die Umweltspur (3 Meter breit) beginnt in südlicher Richtung hinter der Friedrich-Ebert-Straße und läuft bis zur Friedenstraße, wird dann als reine Busspur bis zur Elsa-Brandström-Straße fortgesetzt.

In nördlicher Richtung beginnt die Umweltspur kurz hinter der Notpfortenstraße, knickt in die Friedrich-Verleger-Straße ab und endet auf Höhe der Wilhelmstraße. Radler, die die Umweltspur nicht benutzen wollen, können weiterhin die vorhandenen Hochbord-Radwege befahren. Für sie bestehe mit Versuchsbeginn ein Benutzungsrecht, aber keine Benutzungspflicht mehr, teilte die Stadt mit.

Rot markiert ist auf Höhe der Bushaltestellen eine Aufstellfläche für Radfahrer, die nach links in den Niederwall abbiegen möchten. Um die Aufstellfläche zu erreichen, müssen sie allerdings die Spur der Autofahrer kreuzen.

Die Grafik zeigt Autofahrspuren (orange), Umweltspuren (grün) und den abgebundenen Niederwall als Fahrradstraße.

Die Grafik zeigt Autofahrspuren (orange), Umweltspuren (grün) und den abgebundenen Niederwall als Fahrradstraße. Foto: Grafik Stadt Bielefeld

Im zentralen Jahnplatzbereich ist Tempo 30 vorgeschrieben

Von der Körnerstraße aus gesehen stehen die drei Stellplätze ausschließlich dem Lieferverkehr für die anliegenden Geschäfte zur Verfügung, die übrigen drei Stellplätze sind, weil ohnehin durch die Niederwall-Sperrung abgeriegelt, nicht mehr nutzbar. Ebenfalls neu: Im zentralen Jahnplatzbereich ist Tempo 30 vorgeschrieben: zwischen Fußgänger-Überweg Altstadt-Bahnhofstraße bis Friedrich-Verleger-Straße, Höhe Wilhelmstraße und in Gegenrichtung ab »Parkhaus Centrum« bis zum Fußgängerübergang.

Zur Auswertung des Verkehrsversuches zeichnen Kameras an wechselnden Standorten das Geschehen auf, zählen Autos und Radler, die die Umweltspur nutzen. Im November soll es für die Politik einen ersten Bericht geben.

Ordnungsamt und Polizei (zuständig für den fließenden Verkehr) würden Kontrollen machen. Durch den Versuch erhoffen sich die Planer Aussagen über die Verlagerung von Verkehr, das Funktionieren der Umweltspur, die Andienung der Haltestellen und die Situation des Rad- und des Fußgängerverkehrs.

Wenn es keine gravierenden Mängel bei Sicherheit oder Verkehrsablauf gebe, werde der Versuch bis zum Beginn des Jahnplatz-Umbaus weiter laufen Die Erkenntnisse aus dem Versuch sollen Grundlage für die Neugestaltung des Jahnplatzes bilden. Baubeginn soll im dritten Quartal des Jahres 2020 sein.

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