Neubau am Hauptbahnhof und unter dem Jahnplatz: »unterschiedliche Zielgruppen« Fahrradparken an zwei Orten

Bielefeld (WB). 1992 war Bielefeld mit der Eröffnung des ersten Fahrradparkhauses in Deutschland Vorreiter. Jetzt soll die Radstation in der ehemaligen Expressguthalle des Hauptbahnhofes durch einen Neubau ersetzt werden. Die Stadt wolle Fördergelder beantragen, stehe in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG, sagt Gregor Moss, Dezernent unter anderem für Mobilität.

Von Burgit Hörttrich
Die Radstation in der ehemaligen Expressguthalle wurde 1992 eröffnet. Bielefeld war damals Vorreiter.
Die Radstation in der ehemaligen Expressguthalle wurde 1992 eröffnet. Bielefeld war damals Vorreiter. Foto: Mike-Dennis Müller

Die Radstation am Hauptbahnhof werde von Pendlern genutzt, berichtet Moss. Ein Fahrradparkhaus unter dem Jahnplatz im heutigen Forum würde Radler ansprechen, die in der Innenstadt arbeiten würden, die einkaufen oder Behördengänge erledigen wollten: »Die Nutzergruppen sind komplett unterschiedlich.«

In Bielefeld, so das Ziel, soll der Anteil der Radfahrer am Alltagsverkehr von heute 15 auf 25 Prozent bis zum Jahr 2025 ansteigen. »Deshalb muss die Stadt Angebote zum Umsteigen machen,« ist Moss überzeugt.

Zudem würden die Räder in der Anschaffung immer teurer. Der Anteil von E-Bikes steige sagt der Dezernent. Deren Besitzer würden auch Wert darauf legen, ihre Räder sicher und wettergeschützt unterzubringen. Und sie seien auch bereit, für einen solchen Service eine Gebühr zu zahlen.

Fahrrad-Parkhaus unter dem Jahnplatz mit nur zwei Zufahrtrampen

Das Fahrrad-Parkhaus unter dem Jahnplatz solle nur noch über zwei Zufahrtrampen erreichbar sein. Bei einer Umgestaltung des Jahnplatzes solle es auf jeden Fall weniger Zugänge zum »Untergrund« geben als heute noch. Moss: »Das gibt dem Platz mehr Aufenthaltsqualität.«

Ein Umbau des Forums (im Besitz einer israelischen Investorengruppe) könnte jedoch nicht aus den Fördermitteln finanziert werden, die für die Umgestaltung des oberirdischen Straßenraumes zur Verfügung stehen.

Im Idealfall würde die Stadt das Forum kaufen wollen, sagt Moss Für die Umgestaltung des Jahnplatzes und ergänzende Maßnahmen hat die Stadt eine Förderung in Höhe von 15,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen. Der Förderbescheid selbst liegt noch nicht vor. Zwölf von diesen 15,5 Millionen Euro sind für die Umgestaltung des eigentlichen Jahnplatzes gedacht, 3,5 Millionen für ein smartes Verkehrsleitsystem und unter anderem Verbesserungen der Radverkehrsführungen an der Friedrich-Ebert- und an der Elsa-Brandström-Straße.

Am Bahnhof soll nach Moss’ Vorstellung als Ersatz für die heutige Radstation ein Fahrradparkhaus entstehen, das mehr als die heute 340 Plätze biete. Möglich machen soll das ein platzsparendes Abstellsystem: Fahrradbesitzer geben ihr Rad ab und bekommen es auf Wunsch wieder ausgehändigt. Geboten werden solle ein 24-Stunden-Service an sieben Tagen der Woche, so Moss. Er stellt sich dazu Reparaturdienstleistungen, Fahrrad-, E-Bike- und E-Autoverleih unter dem selben Dach vor, dazu vielleicht eine Paketstation.

Bahnhofsmanager Martin Nowosad bestätigt, dass die Bahn eine Weiterentwicklung der Radstation unterstütze, es Gespräche auch mit dem heutigen Radstation-Betreiber Mobiel gebe. Ein »fundamentales Interesse« an einem modernen Fahrradparkhaus des Verkehrsverbundes OWL (VVOWL) bestätigt auch dessen Geschäftsführer Stefan Honerkamp: »Eine solche Einrichtung ist ein wichtiger Teil der Mobilitätskette«.

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