Umbauarbeiten am Jahnplatz – Dezernent Moss: »geringer Aufwand«
Verkehrsversuch: »auch vorzeitiger Abbruch möglich«

Bielefeld (WB). Am 4. August soll der Verkehrsversuch Jahnplatz beginnen. Obwohl seit Wochen Umbauarbeiten im Niederwall und am Jahnplatz/Herforder/Friedrich-Verleger-Straße laufen, spricht Gregor Moss, Dezernent für Stadtentwicklung und Mobilität, von »geringem Aufwand«. Der Versuch ist auf sechs Monate angelegt. Aber auch ein vorzeitiger Abbruch sei möglich.

Donnerstag, 26.07.2018, 08:00 Uhr
Verkehrsversuch: Noch wird an der Zufahrt zur Friedrich-Verleger-Straße auf dem Jahnplatz gebaut. Foto: Bernhard Pierel

Nämlich dann, wenn es schwerwiegende Probleme geben sollte. Moss denkt da vor allem an die Umweltspur, die ausschließlich von Radfahrern und Bussen genutzt werden soll. Moss wünscht sich gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer, sagt aber auch: »Die Nutzung der Umweltspur verlangt vor allem von den Busfahrern ein hohes Maß an Verantwortung, um Unfälle zu vermeiden«. Der Autoverkehr wird während des Versuchs über nur noch eine Fahrspur pro Richtung abgewickelt, der Niederwall zum Jahnplatz hin abgebunden.

»Nicht jeder muss durch die Stadt fahren.«

Moss unterstützt die Idee, dass der Jahnplatz nur noch vom sogenannten Ziel- und Quellverkehr befahren werden soll – Autofahrern, die tatsächlich in der unmittelbaren Innenstadt zu tun haben. Moss: »Nicht jeder muss durch die Stadt fahren.« Der Versuch solle darüber Gewissheit geben, wie der Jahnplatz dauerhaft neu aufgeteilt werden kann. Ein Vorschlag: Jede Verkehrsart bekommt ihre eigene Spur (das WESTFALEN-BLATT berichtete). Autos, Busse, Fahrräder und Fußgänger würden eigene »Wege« nutzen, der Platz an der Oberfläche mehr Aufenthaltsqualität bekommen.

Die Erkenntnisse des Verkehrsversuchs sollen in die Planungen einfließen. Diese Planungen sollen, so Moss, in der zweiten Jahreshälfte 2019 unter Leitung eines moderierenden Büros mit der Stadtgesellschaft diskutiert werden, der Planungs- und Vergabeprozess parallel dazu laufen. Tatsächlicher Baubeginn solle dann im dritten Quartal 2020 sein.

Vorrangschaltung für Polizei

Im Idealfall könnte dann auch der Umbau des heutigen Jahnplatz-Forums in ein Fahrrad-Parkhaus mit gesicherten Standplätzen und Serviceangeboten rund ums Zweirad stattfinden. Voraussetzung dafür aber sei der Kauf der Passage. Gebe es mit dem Eigentümer darüber keine Einigung, solle der »Plan B« ziehen: nämlich die Anzahl der Zugänge zu verringern und ihre Lage zu optimieren. Ja, darüber, führe man ebenfalls mit dem Eigentümer, einem israelischen Immobilienfonds, Gespräche, so Moss. Weniger und besser positionierte Zugänge bedeuteten seiner Überzeugung nach einen Gewinn für die Aufenthaltsqualität auf dem Jahnplatz.

Um während des Verkehrsversuchs den Verkehrsfluss vom Jahnplatz über die Friedrich-Verleger-Straße ohne Rückstau zu gewährleisten, sei die Ampelschaltung an der Kreuzung mit August-Bebel-/Heeper Straße zu Gunsten der Friedrich-Verleger-Straße verändert worden: »Die August-Bebel-Straße genießt keinen Vorrang mehr.«

Um der Polizei im Einsatzfall sofortige Ausfahrt aus der Straße Am Hallenbad gewährleisten zu können, werde eine Vorrangschaltung (vergleichbar mit der der Feuerwehr) eingerichtet.

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