Ein Kurzschluss macht erhebliche Baumängel sichtbar Helmholtz-Aula ist einsturzgefährdet

Bielefeld (WB). Die Aula des Helmholtz-Gymnasiums kann nicht mehr für Schulveranstaltungen genutzt werden. Sie ist einsturzgefährdet.

Von Michael Schläger

»In den Pfingstferien finden nun weitere Untersuchungen statt«, sagt Joachim Held, kommissarischer Leiter des Gymnasiums. Wann die Sanierungsarbeiten beginnen können, steht noch nicht fest.

Ans Tageslicht gekommen sind die erheblichen baulichen Mängel eher zufällig – durch einen Kurzschluss im Schaltschrank für die Bühnenbeleuchtung und ein darauffolgendes Hin und Her, wer für die Schadensbehebung aufkommen sollte: das Amt für Schule oder der städtische Immobilienservicebetrieb (ISB).

Techniker des Theaters Bielefeld hatten vor vielen Jahren die Beleuchtung samt einer Traverse in der Aula in ehrenamtlicher Arbeit angebracht. Ein ISB-Ele­k­triker nahm nach dem Kurzschluss den Schaltkasten samt Leitungen in Augenschein. »Marode«, lautete sein Urteil.

Statiker überprüfte die Bausub­stanz

»Wir haben uns schließlich bereit erklärt, die Kosten für neue Leitungen und eine moderne LED-Beleuchtung zu übernehmen«, sagt Georg Müller, Leiter des städtischen Amtes für Schule. Blieb die Frage, ob wenigstens die Traverse zur Anbringung der Beleuchtung weiter genutzt werden konnte.

Das rief einen Statiker auf den Plan. Der überprüfte die Bausub­stanz und stellte erhebliche Mängel in der durch einen Putz verdeckten Balkenkonstruktion fest, attestierte Einsturzgefahr. »Man muss von einem Konstruktionsfehler ausgehen, der schon beim Bau der Schule im Jahr 1927 begangen worden ist«, sagt Held.

Der kommissarische Schulleiter findet es richtig, dass die Aula sofort gesperrt wurde. »Nicht auszudenken, wenn bei einer Schulveranstaltung etwas passieren würde.« Wie bei einem Dominoeffekt könnte durch die Querbalkenverbindungen die gesamte Deckenkonstruktion zu Boden gerissen werden.

Bei der Sanierung müssen Denkmalschutzaspekte berücksichtigt werden

Bei der Sanierung der Deckenkonstruktion müssen nun auch Denkmalschutzaspekte berücksichtigt werden. Jetzt soll zunächst die Deckenverkleidung weiter geöffnet werden, um tiefere Einblicke in die Balkenkon­struktion zu erhalten. Erst danach kann entschieden werden, wie die Reparaturarbeiten genau vonstatten gehen können. »Der ISB kümmert sich«, versichert Held.

In einem Brief hat der kommissarische Helmholtz-Chef Eltern und Schüler aber schon mal darauf vorbereitet, dass die Aula möglicherweise auch nach den Sommerferien noch nicht wieder zur Verfügung steht. Die Stadt werde Ausweichräume für schulische Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Genutzt werden kann etwa die Aula des benachbarten Ceciliengymnasiums.

Bei der feierlichen Vergabe der Abitur-Zeugnisse im Juli aber setzt die Schule auf einen wohlgesonnenen Petrus. Die soll unter freiem Himmel auf dem Schulhof stattfinden.

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