Katzenschutzverordnung tritt erst 2019 in Kraft – Kastration frei lebender Tiere 1000 Euro Bußgeld für Halter möglich

Bielefeld (WB/bp). Anders als in Städten wie Köln, im Ennepe-Ruhr-Kreis oder im Kreis Unna tritt die Katzenschutzverordnung nicht umgehend in Kraft. Der Rat folgte gestern dem Beschluss des Sozial- und Gesundheitsausschusses und verlängerte die Übergangsfrist bis Jahresende.

Streunende Katzen sollen in Obhut genommen und kastriert werden. Ziel ist es, die Katzenpopulation einzudämmen.
Streunende Katzen sollen in Obhut genommen und kastriert werden. Ziel ist es, die Katzenpopulation einzudämmen. Foto: dpa

Vom 1. Januar 2019 an sollen dann alle frei lebenden Katzen, die nicht gekennzeichnet und registriert sind, in Obhut genommen und kastriert werden. Ziel ist es, die Population verwilderter (Haus-)Katzen zu reduzieren.

Katzen haben kaum natürliche Feinde. Sie sind früh geschlechtsreif und werfen in der Regel zwei Mal jährlich bis zu sieben Welpen. Wegen der hohen Vermehrungsrate, so der Bielefelder Tierschutzverein, dem häufigen Kontakt untereinander und der fehlenden ärztlichen Versorgung würden sich Krankheiten, die für Katzen typisch seien, schnell ausbreiten. Der Verein spricht von einem hohen Leidensdruck, dem die streunenden Tiere ausgesetzt seien. Der Tierschutzverein führe pro Jahr auf eigene Kosten 100 bis 150 Kastrationen frei lebender, verwilderter Katzen durch. Das aber reiche zur Verringerung der Population nicht aus.

Geldbußen von bis zu 1000 Euro

Die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht, die in der Katzenschutzverordnung festgeschrieben wird, diene dazu, die Halter den Fundkatzen zuzuordnen und sie dazu zu bringen, ihr Tier kastrieren zu lassen.  Wenn sie das nicht tun, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen von bis zu 1000 Euro geahndet werden können. Kosten einer Kastrierung: zwischen 90 und 150 Euro.

Der Kosten- und Personalaufwand, so das Veterinäramt, hänge wesentlich von der Einsicht der Tierhalter ab. Zeitaufwändige Kontrollen und Ordnungswidrigkeitsverfahren kämen die Stadt teurer. Noch hat die Stadt keine zusätzlichen Kosten im Haushalt veranschlagt.

Bereits 2011 Aktionsprogramm zur Katzen-Kastration

Bereits 2011 hatte die Stadt ein Aktionsprogramm zur Katzen-Kastration aufgelegt. Auch der Tierschutzverein bemüht sich Jahr für Jahr, Halter zu überzeugen. Einen messbaren Erfolg hat es bislang nicht gegeben.

Auch von den Kreisen und Städten mit Katzenschutzverordnung lägen noch keine Erfahrungswerte vor. Paderborn ist Vorreiter. Aber: Obwohl im Kreis Paderborn bereits jedes Jahr mehr als 1000 herrenlose, teilweise verwilderte Katzen durch die »Aktion Kitty« und Tierschutzvereine kastriert werden, steigt die Anzahl der Katzen immer weiter an.

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