Bielefelder Dienstleister legt beim Umsatz leicht auf 2,4 Milliarden zu EK startet online mit Spielzeug

Bielefeld (WB). Die EK-Servicegroup, Dienstleister und Einkäufer für etwa 4000 mittelständische Händler, hat derzeit vor allem ein Thema: das Internet. Mitte Mai startet das angekündigte Eres-Programm – zunächst im Bereich der Spielwarentochter Spiel & Spaß.

Von Bernhard Hertlein
Bei der Hausmesse EK Fun zeigen Industriehersteller den angeschlossenen Händlern ihr Angebot. Das Foto zeigt EK-Vorstand Susanne Sorg und Jochen Pohle, Chef des Bereichs Family, am Stand des Spielwarenherstellers Playmobil.
Bei der Hausmesse EK Fun zeigen Industriehersteller den angeschlossenen Händlern ihr Angebot. Das Foto zeigt EK-Vorstand Susanne Sorg und Jochen Pohle, Chef des Bereichs Family, am Stand des Spielwarenherstellers Playmobil. Foto: Thomas F. Starke

Eres umfasst neben dem einheitlichen Warenwirtschaftssystem vor allem ein einheitliches E-Commerce-Angebot. 7,1 Millionen Euro hat das genossenschaftliche Unternehmen mit Sitz in Bielefeld im vergangenen Jahr in das Rechenzentrum, Personal und die Software investiert. Die Summe werde sich in den nächsten Jahren kaum ändern, erklärte der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink gestern anlässlich der Eröffnung der Warenmesse EK Fun.

Trotz der hohen Investitionen wird EK wieder 22,7 Millionen Euro an die 2130 (Vorjahr: 2136) Händler ausschütten, die Mitglieder der EK sind. Im Vorjahr waren es 23,1 Millionen. Hinzu kommt ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,6 (2,7) Millionen.

Der Umsatz erhöhte sich Hasebrink zufolge 2017 um 3,4 Prozent auf 2,432 Milliarden Euro. Im Ge­gensatz zu früheren Jahren wollte er nicht erläutern, wie sich das Geschäft in den Segmenten entwickelte. Aus Mitgliedskreisen war jedoch zu erfahren, dass vor allem die Märkte für Spielwaren und Babyartikel, Baumärkte und die niederländischen Möbelhäuser zulegen konnten. Ein leichtes Plus erwirtschaftete das kleine Buchsegment. Bei Fashion und Sport soll die EK das Vorjahresergebnis gehalten haben. Rückläufig seien die Verkäufe bei Haushaltswaren und Elektrogeräten gewesen.

Hasebrink zufolge lässt sich die Krise aber weniger an einzelnen Branchen, sondern an den Häusern selbst festmachen. Größere Unternehmen schlügen sich dabei in der Regel vergleichsweise besser. Früher hatte der EK-Chef stets betont, dass nicht Größe entscheide sondern Schnelligkeit.

Susanne Sorg, bei der EK für Einkauf, Vertrieb und Eres zuständig, betonte, wie wichtig es für den mittelständischen Einzelhandel sei, das stationäre mit dem Internetgeschäft professionell zu verbinden. Sie freut sich, dass das Segment Spiel & Spaß in etwa vier Wochen auch für die Endkunden auf der neuen Plattform online gehen wird. Bisher hätten zehn Mitgliedsfirmen unterschrieben. Als nächste Segmente würden sich noch in diesem Jahr Happy Baby, Living und Electro­plus an Eres anschließen. Die Vorteile seien aus Sicht der EK-Endkunden Preisklarheit, zuverlässige Informationen über die Verfügbarkeit einer Ware und die Möglichkeit, nach Alternativen zu suchen. Als erster Vorschlag leite Eres immer zu dem Händler, dessen Shop sich am nächsten befinde. EK erwartet auch, dass die angeschlossenen Geschäfte bei der Google-Suche und beim Preisvergleicher Idea­lo schneller auftauchen. Anders als bei Händlern, die über Amazon verkaufen, verfügen sie bei Eres selbst über ihre Kundendaten.

Wie wichtig eine bessere Nutzung des Internets ist, beschrieb Sorgs Vorstandskollege Steve Evers mit einer Zahl aus dem Fashion-Bereich: Jeder fünfte Kunde verlasse bislang das Modegeschäft, ohne eingekauft zu haben, weil ein gesuchtes Kleidungsstück nicht in der gewünschten Größe oder Farbe verfügbar sei.

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