Eurobahn: Verkehrsverbünde stellen nach Abmahnung nun ein gutes Zeugnis aus Kündigung vorerst kein Thema mehr

Bielefeld (WB). Die Abmahnung hat gewirkt: Der Betrieb der Eurobahn auf den fünf Linien im Teutoburger-Wald-Netz hat sich nach gravierenden Problemen zu Jahresbeginn so weit verbessert, dass der NWL von weiteren Konsequenzen wohl zunächst absehen wird. Die vom Eurobahn-Mutterkonzern Keolis getroffenen Schritte zeigten »objektiv gesehen erste positive Wirkungen«, heißt es in der Bilanz für die heutige Sitzung des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL).

Von Bernd Bexte
Die Eurobahn fährt in der Region jetzt verlässlicher, bilanziert der NWL.
Die Eurobahn fährt in der Region jetzt verlässlicher, bilanziert der NWL. Foto: Köster

Der hatte, wie berichtet, am 7. Februar der Eurobahn eine Abmahnung erteilt, weil es nach der Übernahme des Teuto-Netzes im Dezember zu massiven Ausfällen und Störungen gekommen war. Die neue Direktverbindung Bielefeld – Hengelo (Niederlande) kam zunächst überhaupt nicht zustande. Die Züge fuhren, wie bisher, nur bis Bad Bentheim. Seit dem 26. Februar laufe dort aber alles nach Plan. »Die in der Abmahnung angedrohte Kündigung des Verkehrsvertrags ist zwar nach gegenwärtigen Gesichtspunkten obsolet, gleichwohl werden die Aufgabenträger das Teutoburger-Wald-Netz sehr intensiv mit der gebotenen Skepsis betreuen, um der Nachhaltigkeit der jüngsten Leistungen kontinuierlich den notwendigen Druck zu verleihen«, heißt es in der NWL-Bilanz, die heute bei der Verbandsversammlung in Unna vorgestellt wird. Im NWL sind die fünf Verkehrsverbünde in Westfalen-Lippe zusammengeschlossen. Für OWL sind dies der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) und der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter (NPH).

Durchschnittlich zwei Fahrten pro Tag ausgefallen

Laut NWL-Bilanz waren im März durchschnittlich zwei Fahrten pro Tag im Teutoburger-Wald-Netz (ohne den niederländischen Abschnitt Bad Bentheim – Hengelo) ausgefallen. »Im Februar lag dieser Wert mit etwa vier Fahrten und im Januar mit sieben Fahrten pro Tag noch wesentlich höher.« Die durch die Eurobahn verschuldete Ausfallquote reduzierte sich von 2,6 Prozent im Januar über 1,6 Prozent im Februar auf 0,6 Prozent im März. Der in der Abmahnung ausgesprochene Grenzwert von 1,5 Prozent wurde zuletzt also deutlich unterschritten. Auch die bislang mangelhafte Fahrgastinformation habe sich verbessert, meint der NWL.

Beim französischen Keolis-Konzern haben die Turbulenzen der vergangenen Monate zu personellen Veränderungen geführt: Das Unternehmen trennte sich Mitte März von Geschäftsführer Thomas Görtzen. Neu im Führungsteam ist die Betriebswirtin Anne Mathieu.

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