Bettina Rössiger hat mit ihrem Service jetzt auch Senioren im Blick Mit dem Chauffeur zum Supermarkt

Bielefeld (WB). Es sind vor allem Junggesellenabschiede, Hochzeiten und runde Geburtstage, die den Einsatz eines Chauffeurs samt Fahrzeug erfordern. Bettina Rössiger, zumeist am Steuer einer pompösen Stretch-Limousine unterwegs, hat eine neue Zielgruppe ausgemacht: Sie fährt jetzt auch Senioren bei eher alltäglichen Angelegenheiten.

Von Peter Bollig
Per Chauffeur zum Einkaufen und zu anderen Zielen – diesen Service bietet Bettina Rössiger (links) mit ihrem Unternehmen jetzt speziell auch Senioren wie Inge Kern (92) an, die diese Dienstleistung zum Auftakt geschenkt bekommen hat.
Per Chauffeur zum Einkaufen und zu anderen Zielen – diesen Service bietet Bettina Rössiger (links) mit ihrem Unternehmen jetzt speziell auch Senioren wie Inge Kern (92) an, die diese Dienstleistung zum Auftakt geschenkt bekommen hat. Foto: Peter Bollig

Mit ihrem auf fast neun Meter Länge gestreckten Ford Lincoln Towncar ist Bettina Rössiger seit 2009 für Menschen im Einsatz, die zum passenden Anlass ein ungewöhnliches Fahrzeug benötigen – samt Chauffeurin, die stilecht und auf Wunsch auch mit Frack, Zylinder und weißen Handschuhen die Limousine steuert und ihren Fahrgästen die Tür beim Ein- und Aussteigen aufhält. Dazu hatte die 54-jährige Quellerin das kleine Unternehmen Silver-Line-Chauffeurdienst gegründet.

Ihre Kunden suchen meist den großen Auftritt zum passenden Anlass: eine Fahrt zum Standesamt oder zur Kirche ebenso wie auf die Party-Meile oder zum Musical nach Hamburg. Eine ganz andere Art von Anfragen machte der Chauffeurin jetzt deutlich, dass es noch ein ganz anderes Bedürfnis gibt, ein Fahrzeug samt Fahrer zu buchen. »Ich wurde von einem Mann angerufen, der für seine Mutter jemanden suchte, der sie gelegentlich fährt« – für ganz alltägliche Fahrten, sagt Bettina Rössiger. Der Ehemann der Seniorin sei gestorben, mit dem Taxi wolle sie nicht fahren. Auch andere Senioren, eine Damengruppe, hätten sie schon für Ausflugsfahrten gebucht. Das Problem sei da eher die Stretch-Limousine, die für solche Fahrten zu pompös daherkommt.

Rössiger hat daher einen Siebensitzer-BMW angeschafft, will damit ihre Kunden beispielsweise zum Frisör, zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Fußpflege chauffieren – immer verbunden mit einer weiteren Dienstleistung: Statt vor der Tür zu warten, würde sie in der Zwischenzeit Behördengänge erledigen, würde Einkäufe in die Wohnung tragen und einräumen.

Was nach Luxusdienstleistung klingt, ist aus Bettina Rössigers Sicht eher die Antwort auf ein Bedürfnis ältere Menschen, die alleine nicht mehr mobil sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Taxi nicht fahren können oder möchten, zumal die weitere Unterstützung wie das Tragen von Einkäufen fehlt.

Die Fahrdienste von sozialen Einrichtungen, weiß Bettina Rössiger, sind mit Transportern unterwegs, die den Eindruck eines Krankenwagens vermitteln. »Aber viele Senioren sind fit, die wollen so etwas nicht. Die wollen sich etwas gönnen und Spaß haben«, sagt die Unternehmerin, etwa wenn es ins Theater geht oder ins Restaurant. Oder es seien Angehörige, die selbst nicht fahren können, für ihre Verwandten aber eine Fahrt organisieren wollen, etwa zur Kur oder zum Reha-Aufenthalt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.