Mehr als 200 Veranstaltungen im Jahr allein in drei Bielefelder Einrichtungen Bielefeld ist Hauptstadt der politischen Bildung

Bielefeld (WB). Bielefeld ist die Hauptstadt der politischen Bildung in NRW. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Landeszentrale für politische Bildung jetzt herausgegeben hat. Demnach fanden in Bielefeld im Jahr 2016 insgesamt 277 Veranstaltungen der politischen Bildung statt – in keiner anderen nordrhein-westfälischen Stadt gab es mehr.

Die hohe Zahl der Seminare ist in erster Linie auf die in Bielefeld ansässigen Einrichtungen der politischen Bildung zurückzuführen. So verteilen sich rund 260 der 277 Veranstaltungen auf drei Bildungsträger, die Einrichtungen in Bielefeld unterhalten: auf das Institut für Bildung, Medien und Kunst im Verdi-Bildungszentrum »Das Bunte Haus« und Haus Neuland – beide am Senner Hellweg – sowie das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) Friedenshaus. Darüber hinaus sind in der Statistik auch Veranstaltungen von Bildungsträgern erfasst, die keine eigenen Häuser haben und Seminare an externen Veranstaltungsorten abhalten.

»Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in Bielefeld gemeinsam einen so klaren Schwerpunkt der politischen Bildung setzen konnten«, sind die Leiter der drei Bildungseinrichtungen sich einig. Brigitte Stelze vom Bunten Haus, Dirk Kleemann vom IBZ und Ina Nottebohm vom Haus Neuland sind seit vielen Jahren in ihrer Einrichtung tätig. Die Einrichtungen kooperieren in unterschiedlichen Bereichen miteinander. Trotzdem hat jedes Haus seine ganz eigenen Bildungsschwerpunkte.

»Bildungsstätten sind in der politischen Bildung Erfolgsfaktor Nummer eins«

Im Bunten Haus wurden im Jahr 2016 rund 35 Veranstaltungen im Bereich politische Bildung durchgeführt. Schwerpunktthemen sind die Digitalisierung der Arbeitswelt, Demokratie, Wirtschaft und Sozialpolitik sowie Kunst, Kultur und Integration. Das Angebot des IBZ setzt einen Fokus auf aktuelle politische Themen, Teilhabe für Geflüchtete sowie Medienkompetenz und Partizipation für Migranten. 22 Veranstaltungen der politischen Bildung wurden dort im Jahr 2016 durchgeführt.

In der Jugendbildungsstätte Haus Neuland werden die Themen Medienkompetenz, Partizipation und Demokratie groß geschrieben. Zudem werden Seminare zu politischen Themen für interessierte Bürger sowie Bundeswehrsoldaten angeboten. Mehr als 200 Veranstaltungen der politischen Bildung gab es 2016 in Haus Neuland.

»Bildungsstätten sind in der politischen Bildung der Erfolgsfaktor Nummer eins – das unterstreicht die Statistik ganz eindrücklich«, sagt Haus-Neuland-Geschäftsführerin Ina Nottebohm – und spricht damit für alle drei Einrichtungen.

Trotz der erfreulichen Zahlen für Bielefeld sei der landesweite Trend gegenläufig: »Immer mehr Bildungshäuser schließen.« Zwischen 2011 und 2016 hat sich die Zahl der geförderten Bildungseinrichtungen in NRW von 48 auf 42 Häuser verringert. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der politischen Bildungsveranstaltungen, die in Bildungsstätten stattfinden von fast 50 Prozent auf rund 27 Prozent gefallen. Die Zahl der Teilnehmer (181.330 im Jahr 2016) und der jährlichen Veranstaltungen (8.155) ist dennoch relativ konstant geblieben.

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