Ausschreitungen nach Gastspiel in Bochum Geldstrafen für DSC-Ultras

Bielefeld (WB/uko). Das Amtsgericht Bielefeld hat zwei Ultras des DSC Arminia Bielefeld zu Geldstrafen wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Amtsrichterin Ingrid Kohls hielt es für erwiesen, dass die 25- und 26-jährigen Männer die Straftaten während eines DSC-Auswärtsspiels beim VfL Bochum am 7. Mai 2017 begangen haben.

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Symbolfoto Foto: dpa

Nachdem die Anreise der Arminen-Fans problemlos verlief, die Zweitliga-Teams mit einem 1:1 dann die Punkte teilten, kam es vor der Rückreise der Bielefelder zu unschönen Szenen, die auch im Fanprojekt für Kontroversen über den Einsatz der Polizei sorgten. So war der Tross der Arminen-Anhänger ausgerechnet an einem Kiosk vorbei geleitet worden, der als Szene-Treff der VfL-Ultras bekannt ist. Dort sei es zu Provokationen durch die Bochumer gekommen, erläuterte auch Thoren Düsenberg, der als Szenekundiger Beamter (SKB) der Bielefelder Polizei mit ins Ruhrgebiet gereist war.

Danach habe er die beiden 25- und 26-jährigen Männer aus Bielefeld angesprochen und zur Zurückhaltung ermahnt. Dass die Bielefelder dann die Arminen-Fans bei einem versuchten Sturmlauf auf die Bochum-Fans anführten, sei auf den Videos zu sehen, sagte danach die Amtsrichterin. Der Polizist und Kollegen hatten dann sogar Pfefferspray einsetzen müssen. Es gab Verletzte bei den Ultras und unter den Polizeibeamten. Die Angeklagten hatten bestritten, an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen zu sein.

Besonders der 26-jährige Bielefelder, der übrigens als Fußballer in der Kreisliga spielt, schwieg im Prozess vor dem Amtsgericht. Er mochte auf Nachfragen Kohls noch nicht einmal seine Tätigkeit im »öffentlichen Dienst« erläutern, da der Richterin sein in einem Strafbefehl aufgeführtes Monatsgehalt von 40 Euro als viel zu niedrig erschien. Ingrid Kohls: »Ob Bundeskanzler oder Müllmann, im öffentlichen Dienst verdient man mehr.«

Der Arminen-Ultra, der übrigens eine Vorstrafe aus dem Jahr 2010 hat, verzichtete dann auf eine weitere Verhandlung, und er akzeptierte wegen Landfriedensbruchs eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro (40 Tagessätze). Der Mitangeklagte kassierte durch das Urteil dann eine Geldstrafe in Höhe von 1600 Euro. Beide Männer müssen nun auch mit einem Stadionverbot rechnen.

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