Verdi fordert mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Kitas geschlossen, Busse und Bahnen bleiben stehen: Der Warnstreik in OWL

Bielefeld (WB). Keine Busse und Straßenbahnen. Der öffentliche Nahverkehr wird in vielen Städten am Dienstag bestreikt. Auch zahlreiche kommunale Kitas in OWL haben geschlossen.

Stadtwerke, Mobiel und Bitel sowie der Bus- und Bahnverkehr werden bestreikt.
Stadtwerke, Mobiel und Bitel sowie der Bus- und Bahnverkehr werden bestreikt. Foto: Mike-Dennis Müller

Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu Warnstreiks in zahlreichen Städten in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Verdi fordert im Tarifstreit zwischen Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten und mindestens 200 Euro mehr pro Monat.

 Welche Kommunen in Ostwestfalen wie stark betroffen sind, können Sie hier nachlesen.

Der Streik im Überblick:

Keine Auswirkungen auf Klinik-Betrieb in Bielefeld

12.30 Uhr: Verdi zieht in der Hechelei Streik-Bilanz. 1100 Menschen haben nach Angaben der Gewerkschaft an der Demonstrationsveranstaltung in Bielefeld teilgenommen.

11.15 Uhr: Der Protestzug ist um kurz nach 11.15 Uhr an der Hechelei in Bielefeld angekommen.

11 Uhr: Der Warnstreik hat keine Auswirkungen auf den Betrieb des Klinikums Bielefeld. Hier rief der Betriebsrat nicht aktiv zum Streik auf. »Wir warten erst einmal das Ergebnis der nächsten Verhandlungsrunde ab und entscheiden dann«, sagt Betriebsratsvorsitzende Erika Tubbesing-Vogt. Dann sei eventuell eine »ruhende Mittagspause« vorstellbar. 

Während die Häuser in Bielefeld und Gütersloh nicht bestreikt wurden und sich die Kliniken in Paderborn mehrheitlich in kirchlicher Trägerschaft befinden, gab es Arbeitsniederlegungen in den Mühlenkreiskliniken im Kreis Minden-Lübbecke und im Klinikum Herford. Dort beteiligten sich 90 der 2000 Mitarbeiter am Warnstreik.

Musical in gekürzter Variante

10.45 Uhr: Die Streikenden ziehen in Bielefeld vom Jahnplatz zur Hechelei. Der Zug führt durch die Innenstadt.

10.40 Uhr: Die für diesen Dienstag angekündigte Vorstellung des Musicals »Das Molekül« im Bielefelder Stadttheater findet trotz des Warnstreiks statt – aber in abgespeckter Form. Das Theater zeigt eine gekürzte halb-szenische Variante mit allen Darstellern, Kostümen, Orchester und Moderation. Diese Vorstellung dauert etwa 90 Minuten ohne Pause. Bereits gekaufte Karten behalten für die halb-szenische Aufführung ihre Gültigkeit. Für alle Karteninhaber ist außerdem ein doppelter Theaterbesuch möglich: Zusätzlich können die Karten auch für den nächsten (und letzten) Vorstellungstermin von »Das Molekül« am 31. März an der Theater- und Konzertkasse getauscht werden.

Taxizentralen rechnen mit Ansturm

10.30 Uhr: Auch der Vorstand der Bielefelder Taxizentrale äußert sich auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage: »Zwischen 6 und 9 Uhr ging nichts mehr«, berichtet Vorstand Predrag Simic. »Wir konnten keine weiteren Anrufe mehr annehmen.« Dabei sei die Telefonzentrale für den Warnstreik mit zwei weiteren Mitarbeitern aufgestockt worden. Alle 110 bis 120 Taxis seien permanent ausgebucht gewesen. Gegen 10.15 Uhr habe sich die Lage etwas stabilisiert. Die Taxizentrale rechnet aber mit einem weiteren Ansturm am Nachmittag.

10.10 Uhr: Besonders viel zu tun haben die Taxiunternehmen. Laut der Bielefelder Taxizentrale waren die Taxis in den Morgenstunden durchgehend ausgebucht. »Es gibt mehr Anfragen als in einer Silvesternacht«, heißt es aus der Zentrale. Auch nach 10 Uhr stand das Telefon in der Taxizentrale nicht still.

Auswirkungen auf Winterdienst

9.45 Uhr: Auf den Bielefelder Straßen war am Dienstagmorgen aufgrund des Warnstreiks etwas mehr los als an anderen Tagen. »Ein Verkehrschaos hat es aber nicht gegeben«, sagt Polizeisprecherin Hella Christoph. Die Zahl der Unfälle sei nicht höher als an durchschnittlichen Tagen. Es habe bis 9.30 Uhr drei Unfälle mit Sachschaden gegeben.

Dagegen waren die Auswirkungen auf den Winterdienst spürbar. Nach Angaben von Andreas Geisler (Umweltbetrieb) sei nur auf den Hauptstraßen und »gefährlichen Straßen« gestreut worden, auf den Anliegerstraßen hingegen nicht.

Insgesamt waren nach Angaben des Umweltbetriebs 24 der 40 Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz. Es hat laut Geisler vorab eine Vereinbarung gegeben, dass man zumindest auf den Hauptstraßen und den gefährlichen Straßen streue – also den Bergstraßen und den Straßen mit einem größeren Gefälle.

Der Streudienst auf den Anliegerstraßen müsse wohl nicht nachgeholt werden, da laut Geisler »die Temperaturen tagsüber in den Plusbereich gehen sollen«.

Im Kreis Paderborn war es am Morgen auf den Straßen nach WB-Informationen ebenfalls ruhig. Die Mitarbeiter des städtischen Nahverkehrsunternehmens Padersprinter und vom Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb ASP sind ganz normal ihrer Arbeit nachgegangen.

Vom Jahnplatz zur Hechelei

9.15 Uhr: Die ersten Streikenden finden sich am Jahnplatz in Bielefeld ein. Von dort geht es am Vormittag weiter zur Hechelei. Der öffentliche Nahverkehr von Mobiel liegt seit drei Uhr lahm. Eine detaillierte Liste mit den genauen Zeiten, wann die Subunternehmer und Kooperationspartner von Mobiel fahren, finden Sie auf der Internetseite www.moBiel.de .

Staus auf der A40

9 Uhr: Blick aufs Ruhrgebiet: In Essen, Dortmund, Bochum und Duisburg fuhren am Dienstagmorgen weder städtische Busse noch Straßen- oder U-Bahnen. Viele Arbeitnehmer wichen bei Winterwetter mit Neuschnee auf das Auto aus. Auf der Autobahn 40, dem Ruhrschnellweg, reihte sich ein Stau an den anderen.

»Die A40 ist über weite Strecken komplett zu«, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei. Zum hohen Verkehrsaufkommen komme das Winterwetter noch hinzu. In ganz Nordrhein-Westfalen summierte sich die Länge der verzeichneten Staus am Dienstagmorgen auf rund 300 Kilometer. »Das ist wie an einem Montag«, sagte der Polizeisprecher. Nach einer Übersicht des WDR mussten sich Autofahrer an mehreren Stellen auf der A40 in Geduld üben. Der Zeitverlust wurde jeweils auf 30 bis 45 Minuten geschätzt.

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