Nach zwei Vorfällen mit defekten Fahrzeugen Schule hält zunächst an Busunternehmen fest

Bielefeld (WB). Nachdem die Polizei zweimal innerhalb weniger Tage zwei Schulbusse aus dem Verkehr gezogen hat, die Schüler der Grundschulen der privaten evangelikalen Georg-Müller-Bekenntnisschule in Bielefeld befördert haben (das WESTFALEN-BLATT berichtete), hat es am Montag ein Gespräch zwischen dem Geschäftsführer des Busunternehmens und J. Michael Pieper, Geschäftsführer des Trägervereins der Schule, gegeben.

Von Hendrik Uffmann
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Ergebnis sei, dass das Unternehmen vorerst weiter für die Schule tätig sein werde, erklärte Pieper gestern nach dem Gespräch. »Wir wollen zunächst das abschließende Gutachten abwarten, das die Dekra zu den beiden Bussen erstellen wird, bevor wir eine endgültige Entscheidung treffen«, so Pieper.

»Das Gespräch war konstruktiv, alle Unterlagen wurden offen gelegt«

Bis dahin werde der Trägerverein jedoch ein sehr genaues Auge auf den Zustand der Busse haben und regelmäßig kontrollieren, ob diese die erforderlichen Prüfplaketten tragen und sich die Unterlagen der vierteljährlich erforderlichen Sicherheitsüberprüfungen der Fahrzeuge zeigen lassen, sagte Pieper.

Eben diese Papiere habe er sich auch gestern vorlegen lassen. »Das Gespräch war konstruktiv, alle Unterlagen wurden offen gelegt«, sagte Pieper. Die letzte Überprüfung durch Überwachungsorganisation GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung mbH) habe laut der Bescheinigungen erst im Januar stattgefunden, so J. Michael Pieper. »Und in dem Bericht heißt es, dass es keine erkennbaren Mängel an den Bussen gibt.«

Die Georg-Müller-Schulen arbeiten nach seinen Worten seit mehr als 25 Jahren mit dem Busunternehmen zusammen. In dieser Zeit habe es gute Erfahrungen mit der Firma gegeben, »bisher hatten wir so einen Fall noch nicht«. Die Zusammenarbeit zu kündigen, sei »anhand der jetzigen Faktenlage zum derzeitigen Zeitpunkt unverhältnismäßig«, erklärte Pieper.

Von den insgesamt 428 Kindern an den beiden Standorten an der Detmolder Straße und am Lipper Hellweg werden laut dem Trägerverein der Schule 366 Schüler mit dem Schulbus zur Grundschule in Bielefeld gefahren.

»Wir warten auf die Anzeige des Verkehrsdienstes der Polizei«

211 Schüler werden in fünf Bussen von der nun betroffenen Firma transportiert, die restlichen 155 Buskinder werden von einem anderen Unternehmen in drei Schulbussen transportiert.

Auch die Fahrerlaubnisbehörde des städtischen Ordnungsamts wartet zunächst ab, bis alle Fakten vorliegen, bevor es eine Entscheidung über mögliche Sanktionen gegen die Busfahrerin (57) und den Geschäftsführer des Unternehmens gebe, erklärt Rolf-Dieter Zawada, Abteilungsleiter der Fahrerlaubnisbehörde. »Wir warten auf die Anzeige des Verkehrsdienstes der Polizei.«

Ob die Busfahrerin belangt werden könne, hänge davon ab, ob sie vor Antritt der Fahrt habe erkennen können, dass es gravierende Mängel an dem Bus gegeben habe. Könne ihr grob fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden, sei es möglich, dass sie ihren Führerschein der Klasse D verliere.

Beim Geschäftsführer des Unternehmens als Halter der Fahrzeuge sei die Frage, ob dieser wissentlich die Busse haben fahren lassen, obwohl ihm bekannt gewesen sei, dass sie Mängel aufweisen.

Wie berichtet, waren die zwei Busse unter anderem wegen Mängel an der Lenkung, Rostschäden, defekter Bremsen, und Brand- und Vergiftungsgefahr stillgelegt worden. Bei dem am Mittwoch vergangener Woche aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeug tropfte nach Angaben der Polizei Motoröl auf das heiße Auspuffrohr, außerdem drohten Abgase in den Fahrgastraum zu gelangen.

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