35-Jährige fordert 1700 Euro für nicht geliefertes Kleid
Brautmoden-Betrug: Gericht weist Klage ab

Bielefeld (WB/sb). Betrugsopfer Daniela Tiemann (35) erhält vorerst keine Entschädigung vom polnischen Hochzeitsmoden-Hersteller Agora. Das Amtsgericht wies am Mittwoch die Klage der Indu­striekauffrau als unzulässig ab.

Donnerstag, 01.03.2018, 02:00 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

Nach Angaben von Gerichtssprecher Dr. Roland Pohl sehe sich das Gericht nicht als zuständig, da die Beklagte in Polen wohnt. Zudem hat es nach Auffassung des Gerichts keinen Vertragsabschluss in Bielefeld gegeben.

Daniela Tiemann fordert 1700 Euro für ein nicht geliefertes Brautkleid zurück. »Meine Mandantin ist natürlich enttäuscht über das Urteil«, berichtet Anwältin Nicola Meise. »Jetzt warten wir die Urteilsbegründung ab und denken über weitere Schritte nach.« Zum einen sei es möglich, Berufung einzulegen.

Zum anderen sei es denkbar, die Stadt Bielefeld wegen eines so genannten Amtshaftungsanspruchs zu verklagen. Denn die Stadt verhängte vor mehr als 27 Jahren ein Gewerbeverbot gegen die Ex-Chefin des Geschäftes »Agora Brautmoden« in Bielefeld. Zudem sprach das Ordnungsamt im Jahr 2016 eine zweite Gewerbeuntersagung aus. In beiden Fällen habe das Ordnungsamt aber offenbar nicht kontrolliert, ob die Verbote auch greifen.

Daniela Tiemann hatte das Brautkleid nach eigenen Angaben am 8. Oktober 2015 gekauft – und bar bezahlt. Nachdem das Kleid dann nicht geliefert wurde, habe sie sogar die Hochzeit abgesagt.

Wie berichtet, steht die Entscheidung über eine weitere Schadenersatzklage eines Betrugsopfers noch aus. Manuela Wolke (46) fordert 2399,95 Euro zurück. Offen ist hier, ob das Amtsgericht Bielefeld überhaupt zuständig ist. In einem Hinweisbeschluss heißt es, dass das Amtsgericht Oldenburg die Sache übernehmen könnte. Dort wohnt die klagende Braut Manuela Wolke – und dorthin sollte auch das Agora-Brautkleid geliefert werden. Agora und Wolkes Anwältin haben jetzt bis zum 13. März Zeit, Stellung zu nehmen.

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