Freispruch für den Eigentümer Werkstattbrand: Freiheitsstrafe für Brandstiftung

Bielefeld (WB/uko). Drei Jahre und sechs Monate Haft soll der Brandstifter (30) absitzen, der im März 2017 eine Autowerkstatt an der Stadtheider Straße angezündet hat. Der ebenfalls angeklagte Werkstattbesitzer (56) erhielt einen Freispruch, er soll außerdem Haftentschädigung bekommen.

Einsatz an der Stadtheider Straße
Einsatz an der Stadtheider Straße Foto: Hendrik Uffmann

Nach den Erkenntnissen der 20. Strafkammer setzte der Syrer Celal A. am 1. März 2017 Bremsenreiniger in der Werkstatt in Brand. Die Feuerwehr löschte das Gebäude, trotzdem entstand dort ein Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro . Die durch eine Mauer abgegrenzten Wohnräume einer syrischen Flüchtlingsfamilie seien durch die Brandstiftung indes »nicht gefährdet« gewesen, sagte am Mittwoch Carsten Glashörster, Vorsitzender Richter der 20. Strafkammer, in seiner Urteilsbegründung.

Gingen die Ermittler und die Staatsanwaltschaft noch davon aus, dass A. Helfer gehabt hatte und dass der Werkstatt-Chef den Brand angeordnet hatte , so kam das Gericht nun zu völlig anderen Ergebnissen. So wurden zwei Mitangeklagte noch im vergangenen Jahr von der Beihilfe zur Brandstiftung freigesprochen. Gestern erhielt auch der 56-jährige Eigentümer einen Freispruch. Ausgerechnet der Brandstifter hatte ihn von Beginn an massiv belastet, doch änderte Celal A. im Verlauf des vier Monate dauernden Verfahrens mehrfach grundlegend wie irrational seine Aussage.

Daraufhin könne man keine Verurteilung stützen, sagte Glashörster nun. Während der Brandstifter zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde (eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt lehnte das Gericht ab), erhält der Eigentümer der Werkstatt nun sogar eine Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft, für die Festnahme und für die Durchsuchung seiner Wohnung.

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