Wandschmierereien und Trinkgelage Brennpunkt Rathausinnenhof

Bielefeld (WB). Mehr soziale Kontrolle oder schlicht absperren? Der Innenhof des Rathauses als öffentlicher Raum gilt seit etlicher Zeit als Trinker-Treff.

Von Burgit Hörttrich
Bielefelder Rathaus
Bielefelder Rathaus Foto: Thomas F. Starke

Die FDP legte im Betriebsausschuss Bühnen und Orchester den Finger in die Wunde: Laura von Schubert stellte die Anfrage, wie lange der Innenhof zwischen Rathaus und Stadttheater bereits Schauplatz von Trinkgelagen sei und in welchem Maße Theater-Mitarbeiter und -besucher davon in Mitleidenschaft gezogen würden.

»Trinkgelage« mit mehr als zwei Dutzend Jugendlichen

Ilona Hannemann, Verwaltungsdirektorin des Theaters, sagte, dass es immer häufiger Graffiti und Sachbeschädigungen am Theater-Gebäude (Eigentümer: Theaterstiftung) gebe. Die Beschädigungen habe man eine Zeit lang mit »Bordmitteln« beseitigen können. Inzwischen seien die Seiteneingänge Treffpunkte Jugendlicher geworden. Besonders in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar seien Wände, Türen und Türrahmen mit Farbe beschmiert worden. Am vergangenen Wochenende habe dann ein »Trinkgelage« mit mehr als zwei Dutzend Jugendlichen stattgefunden. Die Folgen seien Lärmbelästigung, eingeworfene Fensterscheiben, Müll und zerbrochene Flaschen gewesen.

Ein Eingang zum Verwaltungsbereich an der Brunnenstraße sei inzwischen durch ein Gitter abgesperrt, weil dieser regelmäßig als Schlafplatz gedient habe. Solche Gitter oder Tore kann sich Hans Hamann (SPD) auch an den beiden Zugängen zum Innenhof (Eigentümer ist der städtische Immobilienservicebetrieb, ISB) vorstellen. Seiner Ansicht nach reichen weder soziale Kontrolle (»Das ist Romantik«) noch eine bessere Beleuchtung oder eine stadtgestalterische Aufwertung, um die Szene dort zu verdrängen.

»Situation ist unbefriedigend«

Dezernent Dr. Udo Witthaus wies darauf hin, dass es sowohl eine Fürsorgepflicht für die Beschäftigten des Theaters als auch für die Liegenschaft selbst gebe. Ilona Hannemann ergänzte, dass der Besucherservice im Theater selbst häufig belästigt werde: »Die Mitarbeiter bitten dann um Unterstützung – auch der Stadtwache oder der Polizei.« Die Situation sei unbefriedigend, weil das Theater nur reagieren könne. Zudem bedeuteten Wandschmierereien und die Beseitigung von Abfällen auch zusätzliche Kosten.

Björn Klaus (SPD) verstand die Debatte als Signal an den ISB, »dauerhafte Maßnahmen zu ergreifen«. Hans Hamann bot sich an, ein Gespräch mit dem ISB zur Sachlage zu führen: »Es muss etwas passieren. Ich bin für eine geordnete Lösung.« Und das, so Hamann, »möglichst vor Beginn der warmen Jahreszeit«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.