Ron Diva und »The Brothers in Mind« im Bunker Ulmenwall Von Düster bis Heiter

Bielefeld (WB). Das Geheimrezept für einen guten Abend? Man nehme zwei gute Acts, eine gemütliche Location und das ein oder andere Gläschen Wein. Genau diese Mischung bot der Bunker Ulmenwall mit seinem Konzert von der heimischen Bühnengröße Ron Diva sowie den »The Brothers in Mind«.

Von Katrina Horstmann
Überzeugten das Publikum: »The Brothers in Mind« mit Sänger Oliver Damaschek-Hahn (»Eudel«)
Überzeugten das Publikum: »The Brothers in Mind« mit Sänger Oliver Damaschek-Hahn (»Eudel«) Foto: Katrina Horstmann

Beides Deutschpop- und Soul-Künstler, beide 2018 mit einem neuen Album am Start. Was sie unterscheidet ist vor allem der musikalische Stil. Ron Diva hat sich den melancholischen Titeln verschrieben, was man in seinem Set im Bunker deutlich raushörte. Die Liedtexte auf seiner neuen EP »5 Songs« waren nicht zum Mitsingen gedacht, sondern zum Nachdenken. Es waren mehr Gedichte mit musikalischer Begleitung. Viele seiner Lieder, wie etwa »Stunde für Stunde« und »Lass es scheinen« behandeln düstere Themen, die Ungewissheit, die Sorge und auch den Tod. Für manchen Zuschauer wurde es doch zu dunkel und hoffnungslos, doch wer sich bis zum Ende auf den Sänger aus Bad Salzuflen einließ, war begeistert. Für etwas Sonnenschein in den doch so melancholischen Liedtexten sorgte Sohn Theodor, der immer ganz nah an seinem Vater stand und zum Schluss mit Blick auf das Equipment fragte »Und das?«. Vater Ron Diva entgegnete: »Das lassen wir jetzt so«.

Es geht um das Loslassen

Denn das Konzert war noch nicht zu Ende. »The Brothers in Mind« mit Singer/Songwriter Oliver Damaschek-Hahn (»Eudel«) und Bandkollege Mario Waniek präsentierten ihr neues Album »Uhrenstill« mit Unterstützung von Eudels Sohn Jona, der mit Bravour am Keyboard überzeugte. Seit einiger Zeit gibt es die Songs der beiden auch auf Deutsch und die vielseitigen Texte überraschten mit Heiterkeit und Nachdenklichkeit gleichermaßen. Es ging ums Loslassen, »das Boot muss aufs Meer«. Es ging darum Dinge nicht herbei zu beschwören, sondern sie passieren zu lassen. Lieder wie »Ganz von alleine« verdeutlichten diese Botschaft. Für »The Brothers in Mind« bedeutet auf Deutsch singen, sich nicht mehr verstecken zu können mit der Botschaft der Texte. Ihre Lieder waren unverfälscht.

Das Publikum feierte das Duo mit Keyboard-Verstärkung. Insgesamt boten die zwei Acts einen tollen Kontrast zueinander. Wie Sonne und Mond, einmal heiter, einmal düster. Beide waren grundverschieden, aber harmonierten doch so sehr miteinander, dass das Publikum einen unterhaltsamen Abend hatte.

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