Bochumer Tournee-Theater »Liberi« spielt Pinocchio in der Stadthalle Ein Musical nicht nur für Kinder

Bielefeld (WB). »Lügen haben kurze Beine – oder eine lange Nase.« Diese Weisheit ist Groß und Klein aus den Erzählungen Pinocchios bestens bekannt. Das Bochumer Tournee-Theater »Liberi« hat sich nun der Abenteuer der Holzpuppe angenommen und sie in ein Musical für Kinder verwandelt. Am Samstag spielte das Ensemble in der Bielefelder Stadthalle ihre Interpretation von Pinocchio vor 500 Besuchern.

Von Christina Falke
Fee Grilli (Elisa Pape) soll Pinocchio (Maik Dehnelt) über Recht und Unrecht belehren.
Fee Grilli (Elisa Pape) soll Pinocchio (Maik Dehnelt) über Recht und Unrecht belehren. Foto: Christina Falke

Schon Ende des 19. Jahrhunderts begeisterten die Geschichten Pinocchios die Leser und immer mehr Schriftsteller nahmen sich der Abenteuer des hölzernen Hampelmanns an und adaptierten neue Erzählungen zu denen des italienischen Autors Carlo Collodi hinzu. 1905 erschien das Buch dann erstmals in deutscher Sprache.

Der Holzschnitzer Gepetto (Rick Middelkoop) formt aus einem Klotz Pinienholz eine menschengroße Holzpuppe, der er den Namen Pinocchio gibt – Pino steht für Pinie, Occhio heißt übersetzt Auge. Durch den Zauber der Blauen Fee (Jana Flaccus) erwacht die Puppe zum Leben. Ihr zu Seite steht die Fee Grilli (Elisa Pape). Die für andere unsichtbare Grille soll Pinocchio als Gewissen dienen und ihn über Recht und Unrecht belehren.

Pinocchio kann zur Schule gehen

Da Gepetto möchte, dass aus Pinocchio (Maik Dehnelt) ein echter Junge wird, verkauft er seine Jacke und erwirbt von dem Geld eine Fibel – so kann sein Sohn zur Schule gehen. Pinocchio aber sieht, dass sein Vater friert und beschließt Geld zu verdienen. Er schließt sich einer Gruppe von Theaterpuppen an, die begeistert von Pinocchio sind. So gelingt es ihm, auch das Herz des Theaterdirektors Feuerfresser (Rick Middelkoop) zu erweichen und erhält schließlich fünf Goldstücke von dem eigentlichen Griesgram.

Pinocchio macht sich freudig auf den Heimweg. Da begegnet er Frau Fuchs (Irene Eggerstorfer) und Herrn Kater (Michael Martin), die von seinen Goldtalern erfahren und ihm deswegen Freundschaft vorgaukeln. Stetig an das Gute glaubend, folgt Pinocchio den beiden Räubern.

Die blaue Fee rettet Pinocchio schließlich aus seiner Misere. Als er sie jedoch anlügt, er habe in der Schule schon rechnen, schreiben und lesen gelernt, wächst seine Nase.

Vereinfachte Erzählung

Vor farbenfroher Kulisse erzählte das sechsköpfige Musical-Ensemble die Geschichte. Durch die stark vereinfachte Art der Erzählung kam diese aber leider hier und da nicht immer ganz flüssig daher und wirkte manche Male sogar etwas stichpunktartig, so als hätte man die einzelnen Spielpunkte nur so aneinander gereiht. Die schönen und liebevoll gearbeiteten Kostüme jedoch machten diesen Mangel weitestgehend wett. Und so blieb eine überaus gelungene Inszenierung der Geschichte Pinocchios mit tollen und gekonnt dargebotenen Liedstücken, die vor allem die Kinder im Publikum begeisterte. Nicht zuletzt, da Pinocchio es doch noch schaffte, sich durch gute Taten in einen echten Jungen zu verwandeln.

Im Anschluss gaben alle Da rsteller im Foyer der Stadthalle noch Autogramme und standen den kleinen Gästen zu all ihren Fragen Rede und Antwort.

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