Wissenschaftler der Uni Bielefeld entwickeln beschleunigtes Verfahren In zehn Minuten zum Avatar

Bielefeld (WB/bex). Sie sollen Sportlern und Reha-Patienten helfen, Bewegungen zu lernen und Fehler zu korrigieren. Sie können aber auch als digitales Alter Ego in Computerspielen zum Einsatz kommen: Die Einsatzmöglichkeiten von Avataren, virtuellen Personen, sind vielfältig. An der Uni Bielefeld haben Wissenschaftler jetzt ein Verfahren entwickelt, solche digitalen Zwillinge in wenigen Minuten zu erzeugen.

Doktorand Jascha Achenbach ließ sich gleichzeitig von 40 Kameras fotografieren. So entstand sein Avatar (rechts).
Doktorand Jascha Achenbach ließ sich gleichzeitig von 40 Kameras fotografieren. So entstand sein Avatar (rechts). Foto: Uni Bielefeld

Bislang habe die Erstellung personalisierter Avatare mehrere Tage gedauert. »Jetzt sind wir in zehn Minuten fertig«, sagt Professor Dr. Mario Botsch, Leiter der Forschungsgruppe Computergrafik und Geometrieverarbeitung und einer der Koordinatoren des Projekts ICSpace. Dafür fotografieren die Informatiker in einem Rondell aus 40 Spiegelreflex-Kameras – jeweils fünf Kameras an acht Stativen – die Person von allen Seiten und berechnen aus den Aufnahmen mehrere Millionen dreidimensionale Messpunkte auf dem Körper der Person.

Über hundert 3D-Scans für virtuelles Menschenmodell

In diese Daten wird ein virtuelles Menschmodell so eingepasst, dass es in Form und Aussehen der gescannten Person entspricht. »Unser virtuelles Menschmodell wurde aus über hundert 3D-Scans erzeugt und enthält statistisches Vorwissen darüber, wie menschliche Körper aussehen und sich bewegen«, erläutert Botsch. Nur dadurch könnten die Avatare so schnell und automatisiert erstellt werden.

Sie können detailliert animiert werden, alle Gelenke bewegen, bis hin zu einzelnen Fingern, und über Gesichtsausdrücke, Sprache und Gesten kommunizieren. Hintergrund: Personalisierte Avatare werden laut einer Studie der Uni Bielefeld von Nutzern deutlich besser akzeptiert. Ihre Neuentwicklung haben die Bielefelder Wissenschaftler jüngst in Göteborg einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.

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